Trotz andauernder Konsumflaute im Pkw-Verkauf geht das Kfz-Gewerbe optimistisch in den Jahresendspurt. Im Service- und Teilegeschäft wolle die Branche weiter wachsen, sagte Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident und Bundesinnungsmeister im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Lkw sowie dem Service erwarte man einen Umsatz von 130 Mrd. Euro. Das Geschäft mit Gebrauchtwagen spiegelt nach Darstellung Hülsdonks die Kaufzurückhaltung wider. Das zahlenmäßige "16-Jahres-Tief" werde lediglich aufgehellt durch einen stabilen Anteil des Fachhandels. Vorläufigen Zahlen zufolge könne der Fachhandel bis zum Jahresende um einen Prozentpunkt zulegen. Ein Marktanteil von 54 Prozent sei möglich. Auf der Basis heutiger Preise fehle dem Gebrauchtwagenmarkt in Relation zum "letzten guten Autojahr 1999" insgesamt ein Volumen von fast sechs Mrd. Euro. Insgesamt bleibe die Branche zuversichtlich. Anlass seien das gute Servicegeschäft und die Perspektiven für Wachstum in "neuen und alten Märkten", wie dem Reifenersatzgeschäft. Darin könne das Kfz-Gewerbe seinen Marktanteil von derzeit 28 Prozent mittelfristig auf rund 40 Prozent ausbauen. Dies entspreche rund 5,6 Mio. Reifen oder einem Umsatzzuwachs von 600 Mio. Euro. Fast 800 Mio. Euro Umsatz seien in den kommenden zwei Jahren möglich, wenn die Dieselfilterförderung mit 330 Euro umgesetzt werde. Aus der Nachrüstung mit Gasanlagen könne "zusätzliches Geschäft ohne übertriebene Hoffnungen" generiert werden. Auch alternative Antriebe, Navigation und Kommunikation blieben Wachstumsmärkte. Themen wie Oldtimer und Tuning würden stärker als bisher ins Interesse rücken. Das Servicegeschäft sei mit einer Werkstattauslastung auch in den Sommermonaten zwischen 80 und 85 Prozent auf hohem Niveau. (ab)
Kfz-Gewerbe will im Service- und Teilegeschäft wachsen
Umsatz von 130 Mrd. Euro angestrebt / Oldtimer und Tuning rücken weiter ins Interesse