"Right to repair": Kampagne für freien Wettbewerb im Reparaturmarkt gestartet

17.10.2007 17:50 Uhr
Kampagnen-sprecherin Sylvia Gotzen bei der Vorstellung der Initiative in Paris.
© Foto: ASP

Zahlreiche europäische Branchenverbände wollen auf die Bedeutung des unabhängigen Aftermarkets hinweisen / GVA holt sich Unterstützung von Bundestagsabgeordneten

Vertreter aus dem Aftermarket, u.a. die europäischen Dachverbände des Kfz-Gewerbes (CECRA) und des Teilehandels (FIGIEFA), haben gestern auf der Messe Equip Auto in Paris eine Kampagne für freien Wettbewerb im Reparaturmarkt gestartet. Die zunehmende technische Komplexität der Fahrzeuge mache es unerlässlich, dass herstellerunabhängige Anbieter vollen und freien Zugang zu technischen Informationen und Training, mehrmarkenfähigen Diagnosegeräten sowie Ersatzteilen erhalten. Angesichts einer unsicheren Zukunft der aktuellen GVO sei es wichtig mit der "Right to repair"-Kampagne auf die Gefahren einer Monopolstellung der Hersteller hinzuweisen, erklärte die Sprecherin der Initiative, Sylvia Gotzen. Die verantwortlichen Verbände repräsentieren nach eigenen Angaben 3,5 Mio. im unabhängigen Aftermarket tätige Personen. Bereits vergangene Woche hatte der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) auf nationaler Ebene auf die Bedeutung des Themas hingewiesen und sich politische Unterstützung geholt. So sprachen sich die beiden Bundestagsabgeordneten Günter Krings (CDU) und Oswald Metzger (Bündnis 90/Die Grünen) für die vorbehaltlose Liberalisierung des Kfz-Ersatzteilmarktes und die Abschaffung des Designschutzes aus. Auch der ADAC erklärte in Person von Johann Grill, Leiter Verbraucherschutz und Interessenvertretung: "Wir fordern von der Bundesregierung, das Gesetzesvorhaben auf europäischer Ebene nicht zu blockieren. Ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Justizministerin Zypries 2003 selbst die Zusage der Automobilhersteller eingefordert hat, den Wettbewerb im Ersatzteilehandel nicht zu beeinträchtigen." "Bundesregierung muss sich von Autoindustrie lossagen" "Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung sich von der mächtigen Lobby der Autoindustrie lossagt", forderte GVA-Präsident Hartmut Röhl. Die Automobilindustrie versuche, auf EU-Ebene ein Ersatzteilmonopol zu etablieren. Die EU-Kommission bemühe sich dagegen seit Jahren, den Markt für sichtbare Ersatzteile zu liberalisieren. "Doch Deutschland und Frankreich versuchen, dies aus falsch verstandener Fürsorge für ihre Automobilhersteller zu verhindern – ohne Rücksicht auf die legitimen Interessen anderer Marktteilnehmer und der Verbraucher", so Röhl. (ng)

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