Italien lehnt den Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich über die künftigen CO2-Grenzwerte für Neuwagen ab. "Der Vorschlag ist für uns inakzeptabel, denn er prämiert Autos mit großem Hubraum und hohem Verbrauch", sagte die italienische Umweltministerin Stefania Prestigiacomo der "Süddeutschen Zeitung" (SZ; Montag). Deutschland und Frankreich, die beiden Staaten mit den größten Autoindustrien Europas, hatten sich kürzlich nach monatelangem Streit auf einen Kompromiss geeinigt (wir berichteten). Laut Zeitung fürchtet die italienische Politikerin Nachteile für heimische Hersteller. Der deutsch-französische Kompromissvorschlag schütze die Umwelt nicht und bestrafe jene europäischen Industrien, darunter auch die italienische, die effiziente Autos mit geringem CO2-Ausstoß herstellen, kritisierte Prestigiacomo. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen Neuwagen im Flottendurchschnitt ab 2012 nur noch 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten diesen Anfang Juni grundsätzlich bestätigt, aber auch eine Reihe von Hersteller-Erleichterungen wie längere Übergangsfristen und geringere Strafen vereinbart. Der deutsch-französische Vorschlag solle zunächst allen EU-Umweltministern vorgestellt werden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Der nächste Umweltgipfel finde Anfang Juli in Paris statt. (rp/dpa)
Politik: Italien torpediert CO2-Kompromiss
Nach Ansicht der italienischen Umweltministerin ist der deutsch-französische Vorschlag zu den künftigen CO2-Grenzwerten für Neuwagen "inakzeptabel", da er Autos mit großem Hubraum und hohem Verbrauch begünstigt.
Vlad Tepes