Alternative Antriebe: Großes Interesse, aber kaum Käufe

31.07.2008 13:58 Uhr
Auch bei Ethanol-Marktführer Ford ist die Absatzzahl überschaubar.
© Foto: Ford

Laut einer aktuellen Umfrage könnten sich 61 Prozent der deutschen Autofahrer für ein Hybridmodell, und 41 Prozent für ein Ethanolfahrzeug begeistern. Tatsächlich abgesetzt wurden aber in 2008 bislang nur 2.703 Einheiten mit "FlexFuel"-Technik.

Angesichts der hohen Energiepreise steigen alternative Antriebe in der Gunst der deutschen Autofahrer. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Maritz Research könnten sich 61 Prozent als nächsten Wagen ein Hybrid-Modell vorstellen. Vor zwei Jahren seien es nur 55 Prozent gewesen. Die Brennstoffzelle sei für 55 Prozent der Fahrer von Interesse. Rund 41 Prozent der Befragten würden auch auf die so genannte "FlexFuel"-Technik setzen, bei der das Auto mit Benzin und Bioethanol betrieben werden kann. Hier sei der Anteil im Vergleich zu 2006 um sechs Prozent gestiegen. Tatsächlich gekauft werden solche Fahrzeuge aber nur selten. Im ersten Halbjahr 2008 wurden 2.703 Fahrzeuge abgesetzt, die mit dem Biokraftstoff E85 fahren können. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Magazins "Auto Motor und Sport" unter den Herstellern. 80 Prozent davon gingen auf das Konto von Ford. Wegen mangelnder Nachfrage habe Citroën seine C4 Ethanol-Variante Anfang Juli aus dem deutschen Verkaufsprogramm genommen. Im gesamten vergangenen Jahr seien hierzulande nur rund 2.200 "FlexFuel"-Modelle abgesetzt worden (europaweit 18.847). Für die alternativen Antriebe würden die Deutschen laut Maritz-Befragung auch mehr investieren: Ein Hybrid-Modell würden sich die Autofahrer im Durchschnitt 2.045 Euro mehr kosten lassen. Für den FlexFuel-Antrieb würden sie im Schnitt 1.561 Euro zusätzlich ausgeben, deutlich mehr Aufpreis also, als z.B. Ford in der Realität verlangt. Interesse an Biodiesel sinkt Das Kunden-Interesse an Biodiesel als Kraftstoff ist dagegen gesunken. Weniger als ein Drittel der Autofahrer (29 Prozent) sieht darin eine Alternative. 2006 waren es noch 54 Prozent. Nach Institutsangaben wurden im Rahmen der Studie knapp 1.600 Autobesitzer aus Deutschland befragt. (rp/dpa)

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