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- Angst vor einstürzenden Häusern: Damit lässt sich das Image des deutschen Handwerks angesichts der Katastrophe in Haiti momentan nicht steigern.
Fernsehspot gestoppt
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat einen Fernsehspot der neuen bundesweiten Imagekampagne "Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan" ausgesetzt. Das Präsidium ließ den am Samstag zur besten Sendezeit erstmals ausgestrahlten Spot stoppen, nachdem es Kritik von Zuschauern gab, wie aus einer Verbandsmitteilung hervorging.
In dem Werbespot stürzen Gebäude ein und Gebrauchsgegenstände lösen sich in ihre Bestandteile auf. In der Rubrik "Mehr im Netz" unter diesem Beitrag finden Sie einen Link zum Video. Einige Zuschauer empfanden das Video vor dem Hintergrund der Erdbebenkatastrophe in Haiti offenbar als geschmacklos.
Der ZDH wollte mit der auf fünf Jahre angelegten Kampagne, die von der Agentur Scholz & Friends kreiert wurde, lediglich dokumentieren, dass das Handwerk wichtig ist und das Leben gewissermaßen zusammen hält. "Wir wollen dem Handwerk zu dem Image verhelfen, das es angesichts seiner Modernität und Innovationskraft verdient", hieß es noch zum Start. Nun kommt die Kampagne offensichtlich zur falschen Zeit.
Falsche Zeit, falscher Spot
Die Verantwortlichen zogen letztlich die Konsequenz, um nicht missverstanden zu werden, wie Verbandspräsident Otto Kentzler ausführte: In der Darstellung werde zwar niemand verletzt, dennoch habe man die Ausstrahlung des Spots bis auf weiteres ausgesetzt. Andere Maßnahmen der Imagekampagne würden aber wie vorgesehen eingesetzt, so Kentzler. "Das Handwerk hat sich nach Naturkatastrophen immer in hohem Maß engagiert. In Erinnerung sind noch die Hilfsaktionen bei Donauhochwasser und Elbe-Flut oder beim Tsunami in Südostasien."
Mancher mag sich bei dem Vorgang an die angesprochene Flutkatastrophe Ende 2004 erinnert fühlen. Damals veröffentlichte die Musikgruppe "Juli" das Lied "Die perfekte Welle" unbewusst gewissermaßen ebenfalls zur falschen Zeit. Nach der Naturkatastrophe, die in Asien hunderttausende Opfer forderte, nahmen viele Radiostationen den Titel aus dem Programm, da sie dem Text eine tragische Doppeldeutigkeit zuschrieben. (msh)
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