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¬ Tag der Elektromobilität

- Kurt Sigl
"Es ist bereits fünf nach zwölf"
Der Bundesverband eMobilität (BEM) hat rasche Fortschritte bei der Entwicklung des Elektroantriebs in Deutschland angemahnt. "Man muss machen, nicht nur reden, es ist bereits fünf nach zwölf", sagte BEM-Präsident Kurt Sigl am Donnerstag anlässlich des "Tages der Elektromobilität" in Berlin.
Studien sagen einen Wechsel der Antriebsarten voraus – z.B. bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Oder: Im Jahr 2030 sind bis zu 20 Prozent aller Fahrzeuge auf deutschen Straßen Elektro- oder Hybridfahrzeuge. Bisher ziehen aber die Beteiligten an diesem Prozess – u.a. Fahrzeughersteller, Zulieferer, Energieversorger, Entwickler, Infrastrukturanbieter, Politik – nur bedingt an einem Strang, während China z.B. die Elektromobilität zu Land, zu Wasser und in der Luft zum Staatsziel erklärt (wir berichteten).
Der 2009 gegründete Verband will sich langfristig für die Umstellung auf Elektromobilität und den Einsatz erneuerbarer Energien und die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen einsetzen. In naher Zukunft sollen sowohl Landesvertretungen des BEM in den einzelnen Bundesländern entstehen als auch so genannte "e-shops", die E-Mobilität anfassbar und erlebbar machen.
Im Quartier 110 in der Berliner Friedrichstraße gaben der BEM und seine Partner aus den Bereichen Energieerzeuger, E-Fahrzeuganbieter und Infrastrukturdienstleistungen einen Einblick, wie E-Mobilität in naher Zukunft aussehen kann – vom elektrogetriebenen City-Bike bis hin zum Sportwagen Lightning GT, der über vier Radnaben-Motoren angetrieben wird. Jochen Homann, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung, im Zuge der Elektromobilität werden ein komplett neuer Wirtschaftsbereich und eine neue Wertschöpfungskette entstehen, nicht nur die Hersteller und Zulieferer gehörten dazu, sondern auch Energieerzeuger, -verteiler und Anbieter von Infrastrukturlösungen.
Kernthema des TÜV
TÜV Süd-Vorstandschef Axel Stepken erklärte, dass die Sicherheit von Elektroautos ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg sein werde. "E-Fahrzeuge müssen ähnlich hohe Sicherheitsstandards im technischen und funktionalen Bereich aufweisen wie die heutigen Fahrzeuge auch. Momentan ist dies nicht der Fall, die Normierungs- und Prüflage weist noch deutliche Lücken auf." In der Startphase der Elektromobilisierung sei mit einer Vielzahl von Kleinserienherstellern, insbesondere auch aus Asien, zu rechnen.
Sein Appell: "Wir brauchen verbindliche, internationale Standards für E-Mobilität!" Normierung und Standardisierung seien die vordringlichsten Aufgaben. Der TÜV sehe das Thema E-Mobilität als ein Kernthema, im deshalb gegründeten Projekthaus "E-Mobilität" arbeiten Experten aus den Geschäftsbereichen Industrie, Mobilität und Fahrzeugsicherheit zusammen. (st)
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