Freitag, 20.04.2018
Verkehrsblatt IVW
20.01.2016

¬ Interview

Digital hat Potenzial

Michael Bergmann

Michael Bergmann: "Meine Hauptaufgaben sind, das Unternehmen kundenorientierter auszurichten und mithilfe unserer Kunden neue Lösungen zu entwickeln."
© Foto: Thomas Maier

Mitte November 2015 wechselte der ehemalige Schwacke-Chef Michael Bergmann als Mitglied der Geschäftsleitung zum Schadenbusiness-Spezialisten Audatex Autoonline GmbH. AUTOHAUS- und asp-Chefredakteur Ralph. M. Meunzel sprach mit ihm über seine Aufgaben und neue Entwicklungen.

Herr Bergmann, wie sieht konkret Ihr Aufgabengebiet bei Audatex Autoonline aus?

In erster Linie bin ich für den Key Account Vertrieb, das Marketing und das Produkt-Management verantwortlich. Meine Aufgabe besteht auch darin, innovative und mobile Lösungen zu entwickeln, die unseren Kunden einen Mehrwert bieten, und diese Lösungen effektiv zu vermarkten und zu verkaufen.

Ist und bleibt bei Ihnen das Kernprodukt die Schadenkalkulation oder gibt es noch weitere Ansätze?

Natürlich ist die Schadenkalkulation ein Kernprodukt von uns. Aber wir bieten unter anderem auch Software-Lösungen um die Schadenkalkulation herum. Zum Beispiel führen wir in den nächsten Monaten eine neue Version der Werkstatt-Management-Lösung "Carisma" ein. Auch unsere Software-Lösung im Sachverständigenbereich "Audafusion" bekommt in den kommenden Monaten einen neuen Anstrich. Dabei handelt sich jeweils um reine Online-Produkte, die auf den bestehenden Lösungen basieren – aber mit neuen Oberflächen, Features und Verbesserungen.

Wie hat sich Audatex Autoonline im letzten Geschäftsjahr entwickelt?

Wir befinden uns mitten im laufenden Geschäftsjahr, haben aber im ersten Halbjahr ein erfreuliches Wachstum erzielt. Nun müssen wir dafür sorgen, das Wachstum weiter auszubauen.

Ist das Ihre Hauptaufgabe?

Meine Hauptaufgaben sind, das Unternehmen kundenorientierter auszurichten und mithilfe unserer Kunden neue Lösungen zu entwickeln. Unter anderem möchten wir den digitalen Wandel bei unseren Kunden unterstützen und die Migration von Offline zu Online begleiten. Die Vorteile von Online-Produkten liegen auf der Hand: eine viel kürzere Entwicklungszeit, schnellere Verbreitung im Markt, keine Installationen und immer tagesaktuelle Daten.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Herstellern und Importeuren aus?

Unsere vier Hauptkundengruppen sind Werkstätten, Sachverständige, Versicherungen und Hersteller. Nicht nur bei der Schadenskalkulation, sondern auch bei der Bereitstellung der VIN-Daten arbeiten wir mit Herstellern und Importeuren. Das ist die Grundlage für die perfekte Identifizierung eines Fahrzeugs – automatisiert, detailliert und revisionssicher. Ab sofort bieten wir unseren Kunden auch die Marken Mazda und DS an, und in Kürze folgen Kia und Hyundai.

Alternative Reparaturmethoden, vermehrte Schadensteuerung und Autonomes Fahren mit dem Ziel, Unfälle auf Null zu reduzieren: Wo geht Ihrer Meinung nach die Reise mittelfristig hin?

Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Schadensfälle kontinuierlich abnimmt und somit auch unser klassischer Bereich Schadenkalkulation sukzessive kleiner wird. Großes Potenzial sehen wir trotzdem in der Digitalisierung. In Deutschland wird im Prozess zwischen Sachverständigem, Werkstatt und Versicherung noch größtenteils mit Papier gearbeitet. Dort gibt es ganz eindeutig Verbesserungspotential.

Welche Vorteile hätte eine rein digitale Schadensabwicklung?

Je mehr ein Prozess digital mit einer soliden und aktuellen Datenbasis unterstützt wird, desto weniger Fehler passieren. Und je mehr Menschen am Prozess physisch beteiligt sind, desto teurer ist dieser.

Welche Neuerungen gibt es im Bereich der Gebrauchtwagen- und Restwertbörse bei Audatex Autoonline?

Ein Kernanliegen für 2016 besteht darin, das Thema Flotte breiter aufzustellen. Das heißt den Remarketingprozess weiter optimieren und die Integration in etablierten Fuhrparkmanagementsysteme voran zu treiben. Konkret verbessern wir derzeit im System unsere Fahrzeugbeschreibungen, um eine höhere Qualität zu erreichen. Dabei konzentrieren wir uns nicht auf hochwertige, neue Fahrzeuge sondern auf solche zwischen vier und sieben Jahren. Der Aufkäufer kann sich so, obwohl er nicht vor Ort ist, ein genaues Bild von dem Fahrzeug machen. Was letztlich dem Flottenbetreiber zu Gute kommt, weil dieser bessere Restwerte realisieren kann. Je besser die Fahrzeugbeschreibung, desto besser der anschließende Restwert.

Vielen Dank für das Gespräch!

 
 

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