CO2-Debatte: CO2-frei ab 2050?

26.06.2008 15:11 Uhr
Ab dem Jahr 2050 sollen Neufahrzeuge lokal kein CO2 mehr emittieren, sagte Jorgo Chatzimarkakis auf der ATZ/MTZ-Konferenz.
© Foto: ATZ-Online

Auf der ATZ/MTZ-Konferenz "CO2 - Herausforderung für die Zukunft" hat der Europarlamentarier Jorgo Chatzimarkis erklärt, ab 2050 würden Neuwagen kein CO2 mehr emittieren. Die Kunden honorieren und erwarten Maßnahmen zum Klimaschutz, so der Tenor auf der Konferenz.

Die CO2-freie Mobilität ist die Langfristvision der EU. Dies erklärte Dr. Jorgo Chatzimarkakis, Abgeordneter des Europäischen Parlaments (EP), am 24. Juni 2008 auf der ATZ/MTZ-Konferenz "CO2 - Herausforderung für die Zukunft" in München. Ab dem Jahr 2050 sollen Neufahrzeuge demzufolge lokal kein CO2 mehr emittieren. Die Europäische Kommission hat für 2012 130 Gramm CO2 pro Kilometer als verbindliche Zielmarke für Pkw festgelegt. Chatzimarkakis gab Einblick in die unterschiedlichen Positionen der EP-Abgeordneten in punkto Bestrafung. So gehen die Meinungen sowohl bei der Strafe für eine CO2-Überschreitung auseinander - sie liegen für 2015 zwischen 40 Euro bis 95 Euro pro Gramm - als auch bei der Frage, ob die Neuwagenflotte ab 2012 ganz oder nur zu 25 Prozent in die Berechnung eingehen soll. Er selber plädierte für "ambitionierte Ziele, ohne die Automobilindustrie zu schwächen" und forderte von der Industrie die entsprechenden Technologien. Einsparung durch Technologieverbesserung Insgesamt zeigte sich in München, dass weitere CO2-Einsparungen weniger auf selektiven Einzelmaßnahmen als auf Optimierungen aller Systeme und Aggregate beruhen. Die Kunden setzen diese Innovationen künftig beim Neuwagenkauf voraus. Dr. Ulrich Hackenberg, Entwicklungsvorstand bei Volkswagen, skizzierte diesen Paradigmenwechsel mit den Worten "vom Fahrspaß zum Sparspaß". Anders als noch beim Audi A2 und 3-l-Lupo, die beide keine wirtschaftlichen Erfolge für den Volkswagen-Konzern waren, seien die Kunden nun bereit, mehr Geld für CO2-Maßnahmen auszugeben. Der Hybridantrieb ist für ihn eine Zwischentechnologie "mit wirtschaftlicher Bedeutung". Er forderte von der Politik, ökologische Investitionen auch außerhalb des NEFZ-wirksamen Fahrprofils bei der CO2-Bilanz zu berücksichtigen. Dieser Meinung war auch Prof. Rudolf Menne, Forschungsleiter Ford Europa und Geschäftsführer der Ford Forschungszentrum Aachen GmbH. Er rechnete vor, dass allein in Deutschland 30 Millionen Tonnen CO2-Emission im Jahr auf Staus zurückzuführen seien. Die Lösung dafür sieht er in besserer Verkehrsleitung auch mittels Car-to-Car-Kommunikation. (Richard Backhaus, www.atzonline.de/msh)

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