Automechanika-Eröffnung im Zeichen verhaltener Zuversicht

12.09.2006 13:06 Uhr
© Foto: ZDK; Archiv; AHO-Montage

ZDK-Präsident Rademacher: Positive Signale im Service-Bereich / Schwieriges Pkw-Geschäft / 4.600 Aussteller aus 60 Ländern / 160.000 Besucher erwartet

In Frankfurt am Main wurde heute morgen von Oberbürgermeisterin Petra Roth die After-Sales-Messe Automechanika (12. bis 17. September) eröffnet. "Innovation ist der Motor der Automobilwirtschaft, und hier in Frankfurt gibt es reichlich Innovationen zu sehen", sagte Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, in seinem Grußwort. Mit über 4.600 ausstellenden Unternehmen aus 60 Ländern sei die Messe so gut besucht, wie noch nie. 40 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Ausland. Bis kommenden Sonntag erwartet man in der Mainmetropole 160.000 Besucher. Neben neuen Produkten für die klassische mechanische Autoreparatur stehen die Bereiche Zubehör, Pflegemittel, Waschtechnik, Schmierstoffe, Equipment für die Karosseriereparatur und Ersatzteile im Fokus des Interesses. Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), sagte in Frankfurt, in der Branche herrsche "verhaltene Zuversicht, zumindest im Servicebereich". Der Verband geht für das laufende Jahr von 75. Mio. Wartungs- und Serviceaufträgen aus, die zusammen einem Umsatzvolumen von 27. Mrd. Euro entsprechen. Dies wäre eine Steigerung gegenüber 2005 um fünf Prozent. Die Investitionen im Werkstattsektor ziehen laut Rademacher ebenfalls an. "13 Prozent der Unternehmer wollen mehr Kapital in das Servicegeschäft investieren", sagte er. Durchschnittlich 14.000 Euro pro Betrieb würden dabei in die Werkstattausrüstung fließen, 32.000 Euro in Grundstücke und Immobilien. Unterm Strich werde die Branche im laufenden Jahr 730 Mio. Euro investieren. Auch wenn es nach sechs Jahren rückläufiger Neuzulassungen in 2006 wieder aufwärts gehe, zeichne sich im Pkw-Geschäft keine nachhaltige Besserung ab. "Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird jeden Neuwagen um 600 Euro verteuern", sagte der ZDK-Präsident. Zudem werde die vorgezogenen Pkw-Käufe in 2006 in den ersten Monaten 2007 eine Konjunktur-Delle verursachen. Auch das sich auf einem 16-Jahres-Tief befindliche GW-Geschäft eröffne derzeit keine positiven Ausblicke. "Dem Kunden ist das Sparschwein lieber als ein neues Auto", bilanzierte Rademacher. "Rabattitis" beschädigt Ansehen der Branche Scharf kritisierte er das Werben um Käufer mit übertriebenen Rabatten: "Dieses Spiel kennt keine Gewinner", so Rademacher. Auch leide das Ansehen der Kfz-Branche, mit nachhaltig negativen Folgen. "Wenn wir uns gegenüber dem Kunden als orientalischer Bazar präsentieren, müssen wir uns nicht wundern, wenn uns Kunden dementsprechend behandeln." Abschließend erneuerte Rademacher seine Forderung nach einer raschen politischen Entscheidung hinsichtlich der Förderung von Rußpartikelfiltern und unterstrich die Ablehnung der Kfz-Branche in puncto Pkw-Maut. (pg)

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