Prognose: Autohersteller sehen weiter schwierige Zeiten

09.11.2009 12:28 Uhr
Nach oben wird es laut VW-Chef Martin Winterkorn für seinen Konzern so schnell nicht gehen.
© Foto: UnitedPictures

Trotz der aktuellen Erholung der Branche sehen die Verantwortlichen bei VW, Daimler und BMW ihre Konzerne weiter in kritischem Fahrwasser. Der Spagat zwischen Wirtschaftskrise und Zukunftsinvestition werde immer schwieriger.

Die Chefs der führenden deutschen Automobilhersteller VW, Daimler und BMW erwarten für die kommenden Jahre trotz der aktuellen Erholung der Branche schwierige Zeiten. Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, sagte der "Bild am Sonntag": "Das Jahr 2010 wird schwieriger werden als das Jahr 2009. Bis wir wieder auf Volumina kommen, wie sie für 2011, 2012 prognostiziert waren, wird noch einige Zeit vergehen." Die Lage habe sich zum Ende des Jahres zwar entspannt, insgesamt bleibe sie aber dramatisch. Zu den Arbeitsplätzen sagte Winterkorn: "Wir werden versuchen, uns mit Kurzarbeit, wenn sie notwendig ist, zu retten. Wenn die Kurzarbeitsphase durch die Bundesregierung verlängert wird, wird das sicherlich helfen, Stammarbeitsplätze zu halten." Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt auf Investitionen in Zukunftsmärkte. "Wir haben einerseits auf die einbrechenden Märkte mit entsprechender Kostenanpassung reagieren müssen. Auf der anderen Seite kann am Ende des Tages nur das Produkt und die Marke gewinnen", sagte er der Zeitung. Wichtig sei, dass die neuen Produkte hervorragend ankämen und Daimler in Zukunftsmärkten wie China von allen Wettbewerbern am schnellsten wachse. Auch der Vorstandsvorsitzende von BMW, Norbert Reithofer, setzt auf Investitionen trotz Krise. "Wir müssen momentan einen Spagat bewerkstelligen: Zum einen müssen wir die Wirtschaftskrise bestehen, zum anderen müssen wir weiter in die Zukunft investieren", sagte er. So müsse sich BMW etwa auf die verschärften EU-Grenzwerte für CO2-Emissionen strategisch einstellen, wenn das Unternehmen in zehn Jahren noch existieren soll. "Das ist eine ganz klare wirtschaftliche Frage, die sich hinter dem Umweltaspekt verbirgt, und hat nichts mit romantischen grünen Vorstellungen zu tun." (dpa)

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