Abwrackprämie: Ansturm ebbt ab

15.04.2009 15:47 Uhr
Beim Bundesamt arbeiten derzeit 120 Mitarbeiter den Berg von Anträgen ab - 30 weitere sollen noch eingestellt werden
© Foto: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Die große Nachfrage nach der Abwrackprämie lässt einem BAFA-Sprecher zufolge nach. Ab Morgen will das Bundesamt den ersten Online Antragstellern eine Bestätigung ihrer Prämien-Reservierung schicken.

Die große Nachfrage nach der Abwrackprämie für ältere Autos lässt nach. "Der große Ansturm ist vorüber", sagte der Sprecher des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), Volker Anders, am Mittwoch. Derzeit würden täglich nur noch einige tausend Anträge eingehen. Insgesamt hatte das Amt in Eschborn bei Frankfurt bis Mittwoch mehr als 1,2 Millionen Anträge registriert. Von diesem Donnerstag an will das Bundesamt den ersten Antragstellern, die die Prämie im Internet beantragt haben, eine Bestätigung ihrer Prämien-Reservierung schicken. Ein externer Dienstleister werde am ersten Tag einige tausend Briefe verschicken, sagte Anders. Die Antragsteller hätten dann sechs Monate Zeit, um die Antragsunterlagen etwa mit der Fahrzeugzulassung und dem Nachweis der Altwagen-Verschrottung zu vervollständigen. Da die Aufstockung des Fördertopfes von 1,5 auf 5 Milliarden Euro noch nicht amtlich ist, wird das Amt zunächst nur rund 120.000 dieser Reservierungs-Bestätigungen verschicken. Die übrigen Anträge würden bearbeitet, wenn das Geld auch zur Verfügung stehe. Neuwagenkäufer bräuchten nichts zu unternehmen, wenn sie in den nächsten Tagen zunächst keine Bestätigung des Amtes erhielten, sagte Anders. BAFA will zusätzliche Kräfte einstellen Daneben werden weiterhin die rund 480.000 Anträge von Autokäufern bearbeitet, die bereits vor der Einführung des Online-Verfahrens ihre Unterlagen komplett an das Amt geschickt haben. Zusammen mit den 120.000 zuerst eingegangenen Online-Anträgen entspricht das den 600.000 Wagen, für die der ursprüngliche Fördertopf von 1,5 Milliarden Euro ausreicht. Die nunmehr 5 Milliarden Euro reichen für zwei Millionen Wagen. Beim Bundesamt arbeiten derzeit 120 Mitarbeiter den Berg von Anträgen ab. 30 weitere sollen noch eingestellt werden. Man werde flexibel je nach Arbeitsanfall reagieren, sagte der Sprecher. (dpa)

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KOMMENTARE

Fritz Pusch

17.04.2009 - 09:40 Uhr

Na, und das nach dem ganzen Getöse. Hat ernsthaft jemand daran geglaubt, dass in Deutschland wegen der Schrottprämie zwei Mio. Neufahrzeuge verkauft werden? Bei einem "Normalmarkt" mit rund 3,2 Mio. Neuzulassungen pro Jahr? Nicht wirklich oder. Unter dem Strich werden es am Ende vielleicht 1,2 Mio. Abwrackprämie bedingte NZ sein. Wenn davon die Hälfte vorgezogene Käufe waren, kann sich der Handel schon mal auf ein mageres Jahr 2010 einrichten, denn dann fehlen von vornherein fast 20 Prozent Markt (oder fast 100 Prozent im Kleinwagensegment). Hoffentlich nutzen die Kollegen im Handel ihre aktuell gewonnene Liquidität, um den eigenen Laden sturmfest zu machen. Freuen dürfen sich aber die GW-Spezialisten (wenn sie bis nächstes Jahr durchhalten), denn die Preise für gut gepflegte ältere Gebrauchtwagen dürfte dank der staatlich subventionierten Marktbereinigung kräftig anziehen. Es gibt ein Leben nach der Schrottprämie!


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