Samstag, 19.10.2019
Verkehrsblatt IVW
11.05.2018
1    

¬ VW-Dieselfahrzeugen wird der Betrieb untersagt

Zwangsstilllegung droht – was tun?

zum Themenspecial Volkswagen

Den ersten VW-Dieselfahrern droht nun die Zwangsstilllegung ihres Wagens: Dann, wenn sie kein Update auf ihr manipuliertes Auto haben aufspielen lassen. Denn 18 Monate nach der Herstelleraufforderung dazu läuft die Frist zur Aktualisierung der Software ab. Unter anderem Besitzer von VW Passat, Golf und Touareg sind betroffen. Einige haben bereits Post vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bekommen, die eine Betriebsuntersagung durch die Zulassungsbehörde androht. Müssen die Fahrzeuge nun zur Hauptuntersuchung, bekommen sie ohne Update auch keine Plakette mehr.

Dass diverse VW-Dieselfahrer ihre Software noch nicht haben aktualisieren lassen, hat unter anderem rechtliche Gründe: Gerichtsverfahren, in denen VW-Besitzer gegen den Hersteller geklagt haben, sind noch in der Schwebe. Die Halter fürchten, dass ihnen durch ein Update hier ein Nachteil entsteht – beispielsweise weil das Programm überschrieben wird und damit Beweise vernichtet werden.

Dem widerspricht allerdings der ADAC: Aus der Sicht der Clubjuristen ist die Änderung der Software weder aus technischer noch rechtlicher Sicht problematisch. "Für die rechtliche Frage, ob der Hersteller bei Auslieferung des Fahrzeuges getäuscht hatte und deshalb Rechtsansprüche bestehen, ist es irrelevant, ob später diese Täuschung beseitigt wurde", so der Autoclub. Und weiter: "Die Behauptung, das Update aus Beweisgründen nicht vornehmen lassen zu dürfen, entbehrt in Hinblick auf deliktrechtliche Ansprüche der Grundlage." In den laufenden Verfahren gingen die Gerichte nahezu einhellig davon aus, dass eine unzulässige Software vorliegt, was folglich nicht mehr technisch nachgewiesen werden müsse, so der ADAC.

Lässt der Halter das Update nicht durchführen, setzt die örtliche Zulassungsbehörde dem Betroffenen nochmals eine Frist. Im nächsten Schritt spricht sie mit einem kostenpflichtigen Bescheid die Betriebsuntersagung aus. Gegen den Bescheid der Zulassungsbehörde kann der Halter laut ADAC Widerspruch einlegen und – geht dieser nicht durch - Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht erheben. Wird der Bescheid rechtskräftig, muss der Halter das Fahrzeug außer Betrieb setzen oder das Update durchführen lassen. Fährt er trotzdem weiter mit dem Auto, droht ihm ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro und ein Punkt in Flensburg, warnt der ADAC. Bei der Hauptuntersuchung gilt das fehlende Update als "erheblicher Mangel", wodurch das Auto keine Plakette bekommt. (SP-X)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

18.10.2019

¬ Osram-Übernahme

Kein Angebot von Bain Capital und Advent erwartet

Angesichts der Anteile von AMS an Osram rechnen Experten nicht damit, dass die Investoren Bain Capital und Advent ein Übernahmeangebot abgeben. AMS kündigte an, weiterhin selbst an der Übernahme des Beleuchtungsexperten interessiert zu sein. ¬ mehr

18.10.2019

¬ Urteil

Werkstatt haftet nicht für Schäden auf Kundenparkplatz

Ein Kfz-Betrieb hatte das Auto eines Kunden auf einem öffentlich zugänglichen Kundenparkplatz abgestellt. Dort wurde es über Nacht von Fremden beschädigt. Geradestehen muss die Werkstatt dafür nicht. ¬ mehr

18.10.2019

¬ Daimler

Mercedes-Benz V-Klasse (2014)

Mehrere Probleme bei Sprinter, Vito und V-Klasse

Daimler ruft wegen mehrerer Probleme seine Modelle Sprinter und Vito zurück in die Werkstätten. Den größten Umfang umfasst weltweit alleine 166.573 Fahrzeuge aufgrund eines möglichen Ausfalls der Lenkkraftunterstützung. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 17.10.2019 | Geschwindigkeitsbegrenzung

    Kein Tempolimit auf Autobahnen

    Rolf Luft meint: Und wieder ist der Bundestag vor der Industrie eingeknickt. Dabei wäre es so dringend notwendig gew...mehr

  • 17.10.2019 | Geschwindigkeitsbegrenzung

    Kein Tempolimit auf Autobahnen

    Angelika Hutter-Sobeck meint: Endlich mal eine gute Nachricht!...mehr

  • 09.10.2019 | BMW X5 M/X6 M

    Die 600-PS-Hürde ist genommen

    Rolf Luft meint: Genau deshalb sind die Diskussionen um ein generelles Tempolimit angebracht. Würde der Hersteller s...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Entdecken Sie Quirin!

In der Neuerscheinung "Die Quirin-Formel" zeigt Ihnen Dr. Andreas Block, welche zentralen Bausteine erfolgreiche Autohäuser gemein haben. ¬ Jetzt bestellen!