Samstag, 20.07.2019
Verkehrsblatt IVW
22.12.2014

¬ Notizblock

Unsere Erfahrungen mit dem Fiat 500L Natural Power

Erdgas tanken Fiat 500L Natural Power CNG Zapfhahn

Die Betankung des Erdgas-Fiat verlief problemlos, allerdings sah der 500L die Zapfsäule öfter als erhofft.
© Foto: asp

Zwei Wochen stellen uns Hersteller gewöhnlich einige ihrer Produkte zu Testzwecken zur Verfügung. Je nach Terminkalender bleibt den einzelnen Redakteuren dann Zeit für mehr oder weniger ausgiebige Probefahrten. Von Ende November bis Anfang Dezember fanden diese im Fiat 500L Natuarl Power statt.

Der Mini-Van ist eines der umweltfreundlichsten Fahrzeuge auf dem deutschen Markt, denn es fährt nicht nur mit weniger Töpfen als die meisten anderen. Der Zweizylinder-Turbomotor wird zudem primär mit Erdgas betrieben. Im CNG-Betrieb beträgt der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) 105 Gramm pro Kilometer bei einer Leistung von 59 kW (80 PS). So steht es zumindest auf dem Papier. In der Realität treibt man das Fahrzeug in nicht ganz so grüne Verbrauchsregionen. Was uns sonst noch auffiel, lesen Sie in den folgenden Zeilen.

Niko Ganzer

Pro:

  • Außen steht zwar 500 drauf, aber es handelt sich definitv um einen Mini-Van mit einem tollen Platzangebot für die Passagiere.
  • Im "City"-Modus lenkt sich der 500L nahezu ohne Widerstand und dennoch recht präzise.
  • Kleinerer Wendekreis als der normale Fiat 500, den wir vor einigen Jahren als Testwagen hatten!

Contra:

  • Der brummige Zweizylinder verleitet zu hochtouriger Fahrweise, weil man im niederen Drehzahlbereich immer das Gefühl hat, der Motor stirbt gleich ab.
  • Mit dem durch die Erdgastanks besonders schweren 500L ist das Aggregat in manchen Fahrsituationen etwas überfordert. Nach Ansicht dieses Werbespots fordere ich ab Werk mitgeliefertes Viagra für Steigungen.
  • Weitere Folge des Leergewichts von knapp 1,5 Tonnen: Die maximale Zuladung schrumpft auf 420 kg.

Frank Schlieben

Pro:

  • Das Raumangebot in dem Auto ist verblüffend, eigentlich (s. contra) ideal für Familien mit Kindern
  • angenehme Einstiegshöhe, Sitzposition passt
  • Das Bedienkonzept gibt keine Rätsel auf, die Mutlimedia-Einheit ist nicht High-End, funktioniert aber sehr gut. Schnelle Anbindung von Smartphones ist möglich.

Contra:

  • Der Zwei-Zylinder-Motor ist mit dem Auto in jeder Beziehung überfordert, beim Beschleunigen (z.B. beim Einfädeln auf die Autobahn) hat man den Motor ruckzuck in den Drehzahlbegrenzer getrieben ohne nennenswerten Vortrieb zu spüren. Man fragt sich ständig, wo die 80 PS aus den Fahrzeugpapieren stecken.
  • Die Lenkung ist gefühllos und man ist auch auf der Autobahn ständig zu kleinen Lenkkorrekturen gezwungen.
  • Familien mit kleinen Kindern kann man das Auto nicht wirklich empfehlen, es sei denn es stört sie nicht, im Winter frieren zu müssen, denn die Heizleistung ist auf VW Käfer-Niveau.

 

Bernd Reich

Pro:

  • Sehr wendiges Stadtfahrzeug mit viel Platz und befriedigender Verarbeitung.
  • Angenehm hohe Sitzposition, leichte Bedienung, einige gute Detaillösungen z.B. Freisprecheinrichtung.
  • Antrieb mit Gas und Benzin klappt einwandfrei, Betankung mit Gas problemlos.

Contra:

  • Gewöhnungsbedürftiger Zwei-Zylinder-Sound, zu geringe Motorleistung in Relation zum Fahrzeuggewicht.
  • Sitze schon nach kurzer Fahrstrecke unbequem.

 

Peter Diehl

Pro:

  • Hohe Reichweite durch bivalenten Betrieb (Benzin + Erdgas).
  • Erdgasbetriebene Fahrzeuge wird man künftig häufiger antreffen.

Contra:

  • Motor zu durchzugsschwach für das Gesamtgewicht; Fahrzeug für Autobahnfahrten untermotorisiert.
  • Motor wird ständig zu hoch gedreht, weil man das Geräusch nicht gewohnt ist/nicht einschätzen kann.
  • Der kleinvolumige Zweizylinder produziert nicht genug Abwärme, um den großvolumigen Innenraum zu beheizen (24 Grad einstellen, 21 Grad fühlen).
  • Fahrzeug wird im Straßenverkehr, insbesondere innerstädtisch, nicht ernst genommen.
  • Tankstellennetz nicht ausreichend.
 
 

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