Montag, 22.04.2019
Verkehrsblatt IVW
23.01.2019

¬ ZF Getriebe-Kompetenzzentrum

Reparatur statt Austausch

ZF Getriebereparatur

ZF Aftermarket bietet in seinem neuen Kompetenzzentrum ein breites Portfolio für Pkw-Getriebe an.
© Foto: ZF Aftermarket

zum Themenspecial ZF

Normalerweise überdauert ein Pkw-Getriebe den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs. Fehler beim Schaltvorgang, Verschleiß und Verschmutzungen sowie abgenutztes oder fehlendes Getriebeöl können die Funktionalität jedoch einschränken, weiß ZF Aftermarket. Darum bieten die Experten im Kompetenzzentrum Dortmund eine fundierte Fehlerdiagnose und hochwertige Reparaturen von Automatik- und Schaltgetrieben an - sowohl von ZF- als auch von Non-ZF-Getrieben. Im Fokus des Dienstleistungsportfolio stehen in erster Linie freie Werkstätten, erklärte ZF.

Werkstätten profitieren von starkem Netzwerk 

Das Kompetenzzentrum ist Teil des bundesweiten Servicenetzwerks von ZF Aftermarket und setzt sich aus ZF-eigenen Servicestandorten sowie aus freien Full-Service-Werkstätten zusammen, die als zertifizierte Service Point-Partner agieren. Den Service-Points bietet ZF Aftermarket ein umfassendes Leistungsspektrum mit vielen Vorteilen: Sie sind in ein starkes Netzwerk eingebunden, das flächendeckend und reaktionsschnell agiert, und können bei komplexeren Getriebereparaturen oder bei Diagnoseschwierigkeiten die Unterstützung des Kompetenzzentrums einholen. Zudem werden den Service Point-Partnern Reparaturaufträge von Endkunden sowie freien Werkstätten weitervermittelt, die direkt an ZF Aftermarket herangetragen wurden.

Regelmäßige Werkstattbesuche durch die ZF Aftermarket-Experten sowie praxisorientierte Schulungen dienen dem fachlichen Austausch und erhöhen die technische Kompetenz der Werkstätten. Gleichzeitig agieren die Service Points als Schnittstelle zwischen dem Kompetenzzentrum und den freien Werkstätten. 54 Partner aus dem ZF Tech Netzwerk wurden in ganz Deutschland zu Service Points ernannt. "Durch unser starkes Servicenetzwerk tragen wir unser Dienstleistungsportfolio und unsere Systemkompetenz in die Fläche. Mit dem neuen Kompetenzzentrum offerieren wir den Werkstätten hingegen an zentraler Stelle ein hochspezialisiertes Servicepaket speziell zu Getrieben aller Hersteller und der elektronisch-hydraulischen Getriebesteuerung in Automatik-Getrieben, die als Mechatronik-Modul ausgeführt ist", erklärt Emlar Bauer, Leiter Servicenetzwerk Deutschland bei ZF Aftermarket.

Bei einem Getriebeschaden gibt es nur wenig Möglichkeiten. Auf der einen Seite der Austausch, der so viel kosten kann, dass er bei älteren Fahrzeugen den Fahrzeugwert übersteigt, oder die fachgerechte Reparatur, mit der Chance, die Kosten im Rahmen zu halten. Drohende Getriebeschäden kündigen sich oft durch metallisch-rasselnde Geräusche oder Vibrationen beim Schaltvorgang an. In vielen Fällen handelt es sich dabei erste einmal nur um verschlissene Kleinkomponenten wie Nadellager, Synchronringe, Schaltmuffen, Dichtungen oder ein nicht korrekter Ölstand. Bei Nichtbeachtung solcher Symptome können massive Folgeschäden am Getrieberiemen auftreten und deutlich höhere Reparaturkosten nach sich ziehen. Sobald ein Fahrzeuge beim Service-Point eintritt, erfolgt eine erste Begutachtung. Dabei lassen sich bereits Symptome auf einen Getriebeschaden ausschließen, die durch ein anderes Bauteil - wie beispielsweise eine defekte Kupplung oder einen fehlerhaften Luftmassensensor - verursacht werden. Erst dann erfolgt eine intensivere Begutachtung. Bei komplexeren Getriebereparaturen kommt das neue Kompetenzzentrum von ZF Aftermarket ins Spiel.

Instandsetzung von Getrieben

Die professionelle Getriebeinstandsetzung beschreibt ZF Aftermarket in acht Schritten:

1.: Bluetooth-TAGs für eine transparente Prozessüberwachung Bei der Ankunft im Kompetenzzentrum erhält das Getriebe sogenannte BLE-TAGs. Diese bestehen aus einem Bluetooth-Sender, einer Batterie und drei Sensoren: einem 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Temperatursensor sowie Luftfeuchtigkeitssensor. Dank stationärer TAG Finder-Stationen in der Werkstatthalle kann künftig auch der Service Point-Partner jederzeit via Smartphone und Tablet einen transparenten Überblick über den Auftragsstatus erhalten und damit seine Kunden über den Reparaturfortschritt informieren.

2.: Diagnose und Interpretation der Fahrzeugdaten Nun erfolgt das Auslesen des Fehlerspeichers und die Interpretation aller relevanten Fahrzeugdaten. Hierbei kommen Diagnosegeräte zum Einsatz, welche die professionelle und systematische Fehlersuche über das gesamte Fahrzeug hinweg unterstützen. Die im Kompetenzzentrum vorhandenen intelligenten Diagnoselösungen Launch oder Hella Gutmann MM77 bieten Zugriff auf die Fahrzeugdaten aller gängigen Marken und können die Fehlercodes sämtlicher Steuerelemente auslesen.

3.: Getriebereinigung mit Sandstrahltechnik Nach der Identifikation der Fehlerursachen erfolgt die Reinigung des Getriebes. Festsitzende Ablagerungen und Reste von Verschmutzungen werden mit Hilfe der Sandstrahltechnik rückstandslos entfernt.

4.: Zerlegung des Getriebes Um die Komponenten im Getriebeinneren zu beleuchten, zerlegen die Experten das Getriebe in seine Einzelteile, die überprüft und wenn notwendig vermessen werden. Der Drehmomentwandler in Automatikgetrieben wird entleert, gereinigt und überholt.

5. und 6.: Reparatur und Prüfung der Mechatronik Die Experten von ZF bieten eine bedarfs- und zeitwertgerechte Reparatur mit dem Austausch von schadhaften Getriebekomponenten an, bis hin zur Komplettmontage mit einem Austauschgetriebe auf dem Stand der aktuellen Serientechnik. Nach der Reparatur werden Schaltgetriebe am Montagebock durchgeschaltet und auf Geräusche geprüft. Bei Automatikgetrieben überprüft der Hydra-Test-Prüfstand final die Mechatronik unter realistischen Bedingungen. Um realitätsgetreue Temperatur- und Druckbedingungen zu simulieren, wird das Getriebeöl dabei auf 75 Grad Celsius erhitzt.

7. und 8.: Nach der Montage wird das Getriebe mit neuem Öl befüllt. Für die sorgfältige Prüfung auf Dichtheit und Funktion hat der ZF-Konzern eigens für seine Automatikgetriebe einen spezifischen Prüfstand entwickelt – eine Innovation, von der es weltweit nur drei Exemplare gibt und die sukzessive für Non-ZF-Getriebe erweitert wird. Zuletzt wird die Software des Automatikgetriebes auf den ursprünglichen Stand zurückgestellt, damit der Service Point nach Einbau des Getriebes die Fahrzeugdaten wieder aufspielen und die neueste Softwareversion der Fahrzeughersteller installieren kann. Auch für Getriebe anderer Hersteller erhält der Service Point vom ZF Kompetenzzentrum Unterlagen für den korrekten Einbau und die Ölbefüllung sowie Informationen über die Softwareaktualisierung der Fahrzeughersteller. Ein finaler Testlauf des Getriebes im Fahrzeug schließt den Reparaturprozess ab.

Das neue Kompetenzzentrum von ZF Aftermarket in Dortmund begleitet gemeinsam mit den Service Points freie Werkstätten bei der komplexen Getriebeinstandsetzung. Das Kompetenzzentrum ist mit geschultem Personal, modernsten Prüfständen und Diagnose-Tools für Schalt-, Automatik- und Hybridgetriebe aller Hersteller ausgestattet. ZF Aftermarket bietet zudem Ersatzteile und Getriebeöle in Erstausrüsterqualität an. So könne eine schnelle, fachmännische und verlässliche Reparatur bis hin zu einem Austausch auf Serienstand gewährleistet werden, hieß es.

Getriebe-Schulungen

ZF Aftermarket gibt sein Know-how auch an seine Werkstattpartner weiter – bei interaktiven Getriebe-Schulungen im Rahmen des Werkstattkonzepts ZF [pro]Tech bzw. ZF [pro]Tech plus. Praxisnahe Trainings intensivieren deren Basiswissen zu Konstruktion, Leistungsfluss und Schaltschema. Zudem werden Funktionalitäten von Hard- und Software sowie Grundlagen und Abläufe der Fehlerdiagnose (On- und Off-Board) vermittelt. (tm)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: ZF Aftermarket)

 


 
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