Dienstag, 10.12.2019
Verkehrsblatt IVW
09.08.2019

¬ Mazda feiert MX-5-Geburtstag

Orange Beauty

Der Mazda MX-5 ist sich seit seinem Debüt 1989 im Grunde treu geblieben. Zum Geburtstag gibt es ein Sondermodell, das auf 3.000 Exemplare begrenzt ist.
© Foto: Mazda

Von Patrick Broich/SP-X

Einen Auto-Klassiker, der seit Erscheinen der Erstauflage keine Charakter-Wandlung durchgemacht hat, muss man erst einmal finden. Ob Fiat 500, Mercedes SL oder Porsche 911 – sie gehen allesamt zwar als Ikonen durch und stehen für Kontinuität, aber sind doch heute nicht mehr jene Autos, die sie anfangs einmal waren. Nicht so der MX-5. Es gibt ihn mittlerweile in vier Generationen, und Mazda ist es virtuos gelungen, den Roadster so zu entwickeln, dass er weiterhin in die Zeit passt und seine elementaren Charaktereigenschaften beibehält.

Während das Design behutsam angepasst wurde, blieb das Antriebskonzept quasi komplett erhalten. Noch immer werkelt unter der Haube des weniger als vier Meter messenden MX-5 ein Saugmotor, der seine Kraft auf die Hinterräder gibt. Weiterhin ist das Spaßvehikel ein Leichtgewicht und bringt lediglich rund eine Tonne auf die Waage. Das nun ab 34.190 Euro erhältliche Sondermodell "30th Anniversary" setzt mit dem Farbton Racing Orange einen optischen Akzent und betont sein sportliches Flair mittels konturierten Sportsitzen aus dem Hause Recaro (gibt es für die regulären Modelle gegen 1.900 Euro Aufpreis).

Das Grundrüstzeug für puren Roadster-Fahrspaß besitzen selbstverständlich auch die 5.500 Euro günstigeren konventionellen Ausgaben, die zudem den Vorteil haben, nicht wie die Jubi-Variante auf 350 Exemplare für Deutschland gedeckelt zu sein. Global wird die Produktion der orangefarbenen Ausreißer nach 3.000 gebauten Fahrzeugen enden. Dass der Zweiliter inzwischen 135 kW / 184 PS mobilisiert, triggert die Vorfreude womöglich noch ein bisschen mehr.

Frisur sollte sturmfest sein

Der knapp geschnittene Roadster fühlt sich gleich nach Einstieg unmittelbar vertraut an. Ein einziger Griff für die Verdeck-Verriegelung reicht, dann fällt die Stoffkapuze binnen weniger als drei Sekunden – schneller könnte das kein Elektromotor bewerkstelligen. Man sitzt zunächst geschützt hinter der recht steil stehenden Windschutzscheibe. Beim gemächlichen Anfahren merkt man aber schon: Hier kann es windig werden. Bei schnellerer Fahrt sollte die Frisur auf jeden Fall sturmfest sein, sonst gibt es unglückliche Gesichter.

Doch das Glück, das der MX-5 durch Antriebseinheit und Fahrwerk erzeugt, ist garantiert größer. Bullig schiebt der natürlich und gerade nicht synthetisch klingende Zweiliter aus dem Drehzahlkeller heraus und dreht linear stärker werdend willig Richtung Begrenzer. Mazda pfeift auf Dinge wie Downsizing oder Turboaufladung und agiert damit gegen den Trend. Mit dem bisschen Leergewicht hat der Vierzylinder natürlich leichtes Spiel, er wuchtet das Cabrio in kaum mehr als sechs Sekunden auf Tempo 100. Zu dem Dynamik-Spektakel passen Hinterradantrieb und das knackige Fahrwerk. Wer die Driftkunst beherrscht, lenkt den MX-5 notfalls auch mal mit dem Gaspedal um die Kehre. Ansonsten bereitet das stramm bedienbare, aber mit kurzen Schaltwegen gesegnete Sechsgang-Getriebe mächtig Freude.

Zum Schluss noch eine weitere schöne Facette des Umstands, dass die Ikone über Jahre kaum verändert wurde: Wer nämlich nicht deutlich über 20.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben möchte, kann auch mit der aktuell etwa 5.000 Euro gehandelten zweiten MX-5-Generation (NB) auf seine Kosten kommen. Vor allem die 81 kW / 110 PS-Versionen belasten die Geldbörse nicht über Gebühr und bereiten ähnlich viel Fahrspaß. Zwar schiebt der werdende Youngtimer nicht ganz so vehement an, ist aber kaum weniger kurvenräuberisch unterwegs.

Und man muss natürlich bereit sein, auf moderne Features der Fahrerassistenz und des Infotainments verzichten zu können. Während der aktuelle MX-5 (ND) auf dem großen Touchscreen in der Mitte die ganze Klaviatur von Navigation bis Social Media kann, notfalls auch mal autonom bremst und seine LED-Scheinwerfer volladaptiv steuert ("Sports-Line"), bedeutet das Fahren beim MB noch echte Arbeit. Doch die macht hier bekanntermaßen verdammt viel Laune. Allein das schon damals erhältliche Automatikgetriebe wirkte immer schon ein wenig wie ein Fremdkörper in einem solch fahraktiven Auto.

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Mazda)

 


 
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