Werkstattsysteme: Nur die Hälfte der Betriebe ist zufrieden

30.03.2006 18:23 Uhr
Werkstattmitarbeiter
Nur zwei von vier Systemnehmern zeigten sich in der Umfrage zufrieden.

TNS Infratest befragt 300 Systemnehmer, bleibt aber genaue Ergebnisse schuldig

Nur etwas über die Hälfte aller Werkstätten, die sich an ein Full-Service-Werkstattsystem angeschlossen haben, sind auch wirklich überzeugt von ihrem Systemgeber. Dies hat eine Umfrage von TNS Infratest Automotive unter 300 Betrieben ergeben. Laut Studienleiter Michael Plotegher sind die Ergebnisse repräsentativ, denn die befragten Entscheider gehören – gerechnet an der Anzahl der Mitgliedsbetriebe – den "acht größten im Markt befindlichen Systemen" an. Der große Nachteil der Umfrage: Wieviele Betriebe eines jeweiligen Systems befragt wurden und welches System wie abgeschnitten hat, veröffentlichten die Meinungsforscher nicht. Die derzeit am Markt operierenden Systemanbieter würden den Ansprüchen ihrer Partner unterschiedlich gerecht, so Plotegher. Während es die besten Systeme auf über 70 Prozent an "vollkommen" oder "sehr zufriedenen" Werkstätten bringen, sind es bei den schlechtesten Anbietern nicht einmal halb so viele. Etwa zehn Prozent aller Befragten sehen keinen oder nur einen sehr geringen Vorteil darin, gerade an dieses Konzept angeschlossen zu sein und nicht an ein anderes. Zu den zentralen Bindungstreibern zählen laut Umfrage dagegen Qualitätsfaktoren wie z. B. eine partnerschaftliche und persönliche Betreuung, verkaufsunterstützende Maßnahmen oder auch die Bereitstellung von High-Tech Diagnosegeräten durch den Systemgeber. Obwohl beinahe jeder dritte Systemnehmer nicht wirklich zufrieden sei, sich eher als vertraglich "gefesselt" fühle oder gar innerlich bereits gekündigt habe, glaubt Infratest, dass der Anteil der an ein System gebundenen Freien Werkstätten kontinuierlich zunehmen wird. "Bis zum Jahr 2010 dürfte rund jede vierte Werkstatt in Deutschland bereits unter dem Banner eines Systemanbieters operieren", heißt es in der Mitteilung. Angesichts fehlender Ergebnisse bezüglich der einzelnen Systeme sei es schwer einen Kommentar zu der Umfrage zu geben, sagte Mitja Bartsch, Leiter Partnerbetreuung und Fahrzeughandel des Franchise-Konzepts Automeister, auf Anfrage von AUTO SERVICE PRAXIS Online. Die Zufriedenheit mit einem System hänge nicht nur vom Angebot und der Betreuung ab, sondern sehr stark auch von der wirtschaftlichen Situation des Betriebs. Die Meinungsäußerungen hätten also auch in diesem Zusammenhang bewertet werden müssen, so Bartsch. (ng)

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