Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verlässt den Sportwagenbauer. Das hat der Porsche-Aufsichtsrat am Donnerstag beschlossen. Nachfolger von Wiedeking bei der Porsche AG soll der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden. Neben Wiedeking verlässt auch Finanzvorstand Holger Härter den Stuttgarter Sportwagenbauer mit sofortiger Wirkung. Der Porsche-Aufsichtsrat gab nach einer Marathonsitzung in der Nacht zu Donnerstag das Aus für die beiden Spitzenmanager bekannt. Wiedeking und Härter legten auch ihre Aufsichtsratsmandate bei VW und Audi nieder. Von Wiedekings 50-Millionen-Euro-Abfindung geht die Hälfte in eine soziale Stiftung. Sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2012. Härter erhält 12,5 Millionen Euro. Wiedeking hatte 1993 das Steuer bei Porsche übernommen und das Unternehmen vom Sanierungsfall zu einem der weltweit profitabelsten Hersteller gemacht. Sichtlich bewegt sagte Wiedeking auf einer Betriebsversammlung in Stuttgart: "Es tut mir in der Seele weh." Grund für seine Entscheidung sei, dass Porsche zunehmend unter dem Konflikt mit VW gelitten habe. Schrittweise Beteiligung und anschließende Verschmelzung Die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen machten mit wichtigen Detailentscheidungen den Weg für den neuen größeren VW-Konzern frei, in dem Porsche wie die anderen Konzernmarken eigenständig bleiben wird. Das Konstrukt soll durch schrittweise Beteiligung von Volkswagen an Porsche und die anschließende Verschmelzung der Porsche Holding SE mit der Volkswagen AG entstehen, wie VW mitteilte. Das Management verspricht sich zusätzliche Wachstumschancen sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Eine Grundlagenvereinbarung soll bis zum 13. August stehen. Die Familien Porsche und Piëch werden mit mehr als 50 Prozent der Aktien Mehrheitseigner des künftigen Konzerns. Danach folgt Niedersachsen mit 20 Prozent. Das Emirat Katar werde zunächst 17 Prozent aus den Optionen von Porsche an VW erwerben.
VW übernimmt Porsche: Wiedeking verliert gegen Piëch
Europas größter Autobauer übernimmt die hochverschuldete Sportwagenschmiede. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking trat nach der Niederlage gegen VW-Patriarch Ferdinand Piëch zurück und bekommt 50 Millionen Euro Abfindung. Das Wüstenemirat Katar wird neuer Großaktionär, der fünf Milliarden Euro zuschießt.
NRT