Die TÜV Süd AG hat 2007 das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte erzielt. Wie Vorstandsvorsitzender Axel Stepken und seine Vorstandskollegen Peter Klein (Finanzen, Controlling, IT) und Manfred Bayerlein (Operations Management) heute in München bekannt gaben, hat das Unternehmen im Jahr 2007 einen Gesamtumsatz von rund 1,3 Mrd. Euro erzielt. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber Vorjahr um neun Prozent. Das Ergebnis vor Steuern stieg um satte 44 Prozent auf 116 Mio. Euro. Verantwortlich für das Wachstum waren laut Mitteilung vor allem die Auslandsaktivitäten des Unternehmens. In Nordamerika, aber auch im asiatischen Raum boomen die Geschäfte des Unternehmens. Zum Gesamtumsatz tragen die Auslandsaktivitäten inzwischen fast 30 Prozent bei. Mit einem Plus von über zehn Prozent entfiel der größte Teil des Umsatzes (602 Mio. Euro) auf das Geschäftsfeld Industrie mit den Bereichen Industrie Service, Chemie Service und Product Service. Das Geschäftsfeld Mobilität (459 Mio. Euro) mit den Bereichen Auto Service, Automotive, Rail erwirtschaftete ein Plus von 5,9 Prozent, im Geschäftsfeld Mensch wuchs der Umsatz um 6,7 Prozent auf 191 Mio. Euro. Mit seinen Kernkompetenzen Consulting, Training, Certification und Testing (CTCT) will TÜV Süd auch künftig vor allem im Ausland weiter wachsen. Angestrebt wird ein Umsatzwachstum von zehn Prozent pro Jahr. Die Vorzeichen sind positiv, denn allein in den USA wuchs der Umsatz im ersten Quartal 2008 um 26 Prozent gegenüber Vorjahr. Im Heimatmarkt Deutschland rechnen Stepken und seine Kollegen nicht mit nennenswerten Zuwächsen. Der Markt sei gesättigt und verteilt. Dennoch konnte TÜV Süd Auto Service aus dem Geschäftsfeld Mobilität 2007 ein leichtes Wachstum verbuchen. "Auto Service erwirtschaftet inzwischen ein Viertel seines Umsatzes außerhalb des traditionellen Geschäfts der fünf Mio. Haupt- und zwei Mio. Abgasuntersuchungen beziehungsweise 700.000 Führerscheinprüfungen“, erklärte Stepken. Mit neuen Dienstleistungen wolle man in diesem Bereich die erreichte Position auf jeden Fall verteidigen. Fusion ausgeklammert Eine gesicherte und stabile Position auf dem Heimatmarkt wird auch als Voraussetzung gesehen, um im Ausland erfolgreich neue Geschäfte hinzu zu gewinnen. Das komme auch den Arbeitsplätzen zugute: Die TÜV Süd AG hat nach eigenen Angaben von 2006 bis 2007 weltweit 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon knapp 200 in Deutschland. Probleme bereitet dem Unternehmen trotz sehr guter Imagewerte allerdings die Rekrutierung von Nachwuchsingenieuren. Weil die Zahl geeigneter Bewerber weiter rückläufig ist, hat das Unternehmen in Singapur 2007 die TÜV Süd Asia Pacific Corporate University gegründet. Die geplante Fusion von TÜV Süd und TÜV Rheinland (wir berichteten) klammerten die drei Vorstände in ihren Vorträgen weitgehend aus und begründeten dies mit dem derzeit laufenden Prüfungsverfahren des Bundeskartellamtes, das noch bis zum 20. Juni andauern kann. Bedenken, dass die Fusion, wie vor einem Jahr der geplante Zusammenschluss von TÜV Süd und TÜV Nord, noch scheitern könnte (wir berichteten), scheint Stepken nicht zu haben. Die Pressevertreter begrüßte er eingangs zur "voraussichtlich letzten Bilanzpressekonferenz von TÜV Süd“. (fs)
"Vorläufig letzte" Bilanz: TÜV Süd AG mit Rekordzahlen
Die TÜV Süd AG hat 2007 das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte erzielt. Das Geschäftsfeld Mobilität erwirtschaftete ein Umsatzplus von 5,9 Prozent.