Streit um Kältemittel: DUH bezichtigt VDA der Lüge

23.06.2010 13:18 Uhr
Das neue Kältemittel kann in heute üblichen Pkw-Klimaanlagen verwendet werden. Für Klimaservicegeräte gilt diese Kompatibilität nicht.
© Foto: Hella

Der Umweltverband reitet die nächste Verbalattacke gegen die Automobilhersteller. "Wortbruch" ist noch eine der harmloseren Formulierungen, die die DUH in ihrem Positionspapier zum neuen Kältemittel R-1234yf für Pkw-Klimaanlagen verwendet.

Wie angekündigt hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Streit um das neue Klimaanlagen-Kältemittel R-1234yf nachgelegt und dem Hersteller-Verband (VDA) vorgeworfen, die Öffentlichkeit mit falschen Angaben zu täuschen. "Aus Profitgier werden Autofahrer und Rettungskräfte bei Tunnel- und Tiefgaragenbränden extremen Gesundheitsgefahren ausgesetzt", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und reagierte damit auf eine Erklärung des VDA, der kürzlich betonte, dass die Bildung von Fluorwasserstoff "hundertmal unwahrscheinlicher" sei, als ein Lotto-Sechser mit Zusatzzahl. "Die in dem Hintergrundpapier enthaltenen Behauptungen über die Freisetzung von Giftgasen sind nachweislich falsch“, sagte dagegen Resch. "1234yf ist leicht entzündbar und setzt im Brandfall deutlich höhere Giftmengen frei als vom VDA behauptet", dies hätten zwei Simulationen von Fahrzeugbränden gezeigt. Mit der Kritik am neuen Kältemittel stehe man nicht alleine, betonte der Verband: Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und mehrere Techniker und Ingenieure der deutschen Autobauer halten laut DUH die Entscheidung gegen das natürliche Kältemittel CO2 für falsch und riskant. In Europa ist ab Januar 2011 die Verwendung des bisherigen Kältemittels R134a in Autoklimaanlagen neuer Fahrzeugtypen verboten. Ursprünglich hatten die deutschen Autobauer angekündigt, das klimaneutrale Kältemittel Kohlendioxid (R744) als Ersatz verwenden zu wollen (wir berichteten). Das nun favorisierte Kältemittel ist nach VDA-Angaben vergleichbar sicher im Einsatz wie das bisherige Kältemittel, es sei weltweit akzeptiert und könne in heute üblichen Pkw-Klimaanlagen verwendet werden. (ng) Ausführliche Informationen zum neuen Kältemittel und mögliche Auswirkungen auf den Klimaservice finden Sie in der Juni-Ausgabe der asp.

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