Strategiewechsel: Toyota stoppt Dieselmotorentwicklung

08.07.2009 13:32 Uhr
Toyota will die Dieselmotorentwicklung beenden und sich stattdessen auf Hybridmodelle fokussieren.
© Foto: Toyota_Prius

Der neue Konzernchef Akio Toyoda will das seit Dezember 2008 eingefrorene Projekt für die Entwicklung eines 1,6-Liter-Diesels für den europäischen Markt gänzlich kippen und sich stattdessen auf Hybridmodelle fokussieren.

Toyota verabschiedet sich einem Zeitungsbericht zufolge von der gemeinsamen Dieselmotorentwicklung mit dem Nutzfahrzeughersteller Isuzu. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, will der neue Konzernchef Akio Toyoda das seit Dezember 2008 eingefrorene Projekt für die Entwicklung eines 1,6- Liter-Diesels für den europäischen Markt gänzlich kippen und sich stattdessen auf Hybridmodelle fokussieren. Toyota kommentierte dies nicht. Dem Bericht zufolge hat Toyota seine bisherige Strategie aufgegeben, weltweit mit einer möglichst vollständigen Produktpalette anzutreten. Stattdessen wolle der Autobauer auf einzelnen Märkte ausgewählte Autos anbieten und sich vor allem auf Hybridautos konzentrieren. Vor Beginn der Konjunkturkrise wollte Toyota das Dieselmotorangebot in Europa noch ausbauen. Toyota hatte den Boom dort zunächst versäumt und erst spät Selbstzünder angeboten. Den nahezu dieselfreien japanischen Pkw-Markt beherrscht Toyota hingegen mit konstant über 40 Prozent nach wie vor unangefochten. In den USA rangieren die Japaner mit rund 16 Prozent hinter General Motors auf dem zweiten Platz. Dennoch stürzte der weltweite Einbruch der Autonachfrage Toyota im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr von einem Rekordgewinn zu seinem ersten Betriebsverlust der Nachkriegsgeschichte. Für 2009 sagt der weltgrößte Autohersteller nahezu eine Verdopplung des Verlusts auf 850 Milliarden Yen (6,4 Milliarden Euro) voraus. Harsche Wachstumskritik In einem Interview des Hamburger Magazins "Stern" ging Toyoda mit der Autobranche und auch mit seinem Unternehmen hart ins Gericht. "Wir müssen uns fragen, ob wir die richtigen Autos bauen, nach denen sich die Kunden sehnen", sagte Toyoda. Das einseitige Streben nach Wachstum und schnellem Geld reiche nicht, kritisierte Toyoda. "Wir müssen uns fragen, was ein gesundes Maß an Wachstum ist. Bisher lag das Interesse vornehmlich auf Absatz und Gewinn. Das kann nicht alles sein." (dpa)

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KOMMENTARE

NRT

09.07.2009 - 08:33 Uhr

Guten Tag Harsche Wachstumskritik Dieses Interview sollte jedem BWL Studenten mit auf den Weg ge- geben werden. Die Selbstkritik des Herrn Toyoda ist ein Licht- blick,den viele deutsche Manager und Vorstandsvorsitzende leider niemals erkennen werden. Sei der Grund mangelndes Interesse oder die eigene Unfähigkeit.Dummerweise werden durch deren Verhalten tausende Arbeitsplätze und deren Schicksale dadurch gefährdet.Das ist sehr frustrierend, da diese aus- gebildeten Spezialisten es nicht verstehen, dass der Käufer ihrer Produkte/ Fahrzeuge bei ihnen in der Firma arbeitet. Unterschwelligen Drohungen die öfters verbreitet werden das unsere Industrie genau diese Manager mit ihren Topgehälter halten muss, ist eine Mär. In der Realität hat jeder Insolvenzverwalter mehr Können und Geschick und das zum halben Preis.


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