Politik: Umweltzonen ab Januar in 40 Städten

28.12.2009 17:07 Uhr
Das Netz von Umweltzonen in Deutschland wird immer größer.
© Foto: Nigel Treblin/ddp

Mit dem Neujahrstag erhöht sich die Zahl der für "Stinker" verbotenen Innenstädte von 34 auf 40. Neu reglementiert werden die Bedingungen von Bonn, Münster, Osnabrück, Heidelberg, Freiburg und Pfinztal.

Das Netz von Umweltzonen in Deutschland wird immer größer, die Einfahrbedingungen für die Autofahrer werden wie in Berlin und Hannover schärfer. Mit dem Neujahrstag erhöht sich die Zahl der - für "Stinker" verbotenen - innerstädtischen Zonen von 34 auf 40. Neu reglementiert werden damit die Innenstädte von Bonn, Münster, Osnabrück, Heidelberg, Freiburg und Pfinztal (bei Karlsruhe). Dort bleibt chancenlos, wer für seinen alten Wagen keine amtliche Plakette hinter der Windschutz-Scheibe kleben hat. Nach EU-Vorgaben müssen neben dem Feinstaub jetzt zusätzlich Grenzwerte für Stickoxide eingehalten werden, die beide zu gefährlichen Atemwegs-Erkrankungen führen können. Der Streit um die Entlastungswirkung von Umweltzonen von Befürwortern und Gegnern geht indessen weiter. Münster will anders als die übrigen Umweltzonen-Neulinge keine roten Plaketten zulassen, die für Autos mittleren Alters der Schadstoffklasse Euro 2 bestimmt sind. Die abgestuft besseren Schadstoffklassen 3 (gelb) und 4 (grün) haben dort und in anderen Umweltzonen vorerst zumeist keine Probleme. Berlin und Hannover, die vor zwei Jahren mit Umweltzonen - von Köln gefolgt - gestartet waren, wollen allerdings von 2010 an auch schon die "Gelben" aussortieren und nur noch die "Grünen" reinlassen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat den unterschiedlichen Umgang der Städte mit Umweltzonen bemängelt. Über die bundeseinheitlichen Ausnahmeregelungen etwa für Krankenwagen und Oldtimer hinaus führten die Kommunen Kataloge mit weiteren Ausnahmen, die von Stadt zu Stadt verschieden seien, kritisierte der VDA am Montag in Frankfurt. VDA: "Kleinstaaterei nicht nachvollziehbar" Dabei werde vor allem die wirtschaftliche Zumutbarkeit berücksichtigt. In manchen Städten dürfe fast jeder Gewerbetreibende oder Bewohner einer Umweltzone darin fahren, in anderen nicht. Die nächste Stufe mit dem Fahrverbot für Wagen mit roten oder gelben Plaketten werde ebenfalls höchst unterschiedlich geregelt. "Für den Bürger ist eine solche Kleinstaaterei nicht nachvollziehbar", kritisiert der VDA und fordert eine bundesweite Vereinheitlichung. Während inzwischen etwa jeder zweite Pkw in Deutschland eine grüne Plakette trage, sei der Anteil bei Nutzfahrzeugen wesentlich niedriger. Vor allem Fahrzeuge des Handwerks, des Handels und kleiner Speditionen seien betroffen. Die meisten dieser Fahrzeuge hätten aber nur eine äußerst geringe Kilometerlaufleistung und trügen damit nur unwesentlich zur Luftbelastung bei. Eine Ersatzbeschaffung für kleinere Betriebe berühre bei vielen die wirtschaftliche Existenz.

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