Neuer Versuch: Transporter sollen nochmal Schwung ins Filtergeschäft bringen

19.09.2008 17:18 Uhr
Zwei Lehrlinge nahmen unter den Augen von Wilhelm Hülsdonk (2. v. li.) und DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch die Transporter-Umrüstung auf der Messe vor.
© Foto: ZDK

Nach dem Debakel durch mangelhafte Filtersysteme für Pkw stehe die Branche vor einem Neubeginn, sagte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk auf der Automechanika. Der Verband schätzt das Transporter-Potenzial auf 550.000 Aufträge.

Mit einer öffentlichen Nachrüstung eines Transporters mit einem Rußpartikelfilter auf der Automechanika hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) seine "Transporter-Offensive" veranschaulicht. Durch die Initiative soll die Nachrüstung mit Rußpartikel-Filtersystemen insgesamt wieder belebt werden. Nach dem Debakel durch mangelhafte Filtersysteme für Pkw stehe die Branche vor einem Neubeginn, sagte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk vor Journalisten. Es gehe um die Umwelt, das Servicegeschäft, aber auch um Vertrauen und Kompetenz "für ein gutes Produkt und Servicequalität". Mit der Offensive ziele man vor allem auf die Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 3, sagte Hülsdonk weiter. Dies seien rund 36 Prozent der etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge, die ein Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen hätten. Das Filter-Angebot für diese Fahrzeuggruppe werde bis Jahresende bei rund 80 Prozent liegen, so dass "wir nach den Erfahrungen mit dem Pkw-Geschäft" rund 30 Prozent Nachrüstungen erwarten. Das wären um die 550.000 Aufträge. Diese Quote könne deutlich erhöht werden, gebe es eine steuerliche Förderung. Hülsdonk verwies darauf, dass es in den Fahrzeugklassen "oberhalb der Lkw bis 12 Tonnen" ein "Förderungs-Vakuum" gebe. Trotz der bisher bekannten steuerlichen Vorteile für die Transporter könne eine Förderung, gerade für Handwerks- und Kleingewerbebetriebe, die Nachhaltigkeit verbessern. Für die Transporter gehe man davon aus, dass die Kosten der Umrüstung mit einem Rußpartikelfiltersystem für die Pkw-baugleichen Fahrzeuge auf "dem bekannten Niveau um 600 bis 700 Euro" lägen. Man sei sich mit den Umwelt- und Automobilverbänden einig, dass der Transporter für die Versorgung der Bevölkerung in den städtischen Gebieten eine zunehmend wichtige Position einnehme, so Hülsdonk. Eine erfolgreiche Nachrüstung im Rahmen der Transporter-Offensive, mit der man im Kraftfahrzeuggewerbe auch eine Modernisierung des Fahrzeugbestandes erreichen wolle, könne Zeichen setzen für das Geschäft im "schweren Lkw-Bereich". Hier könne man theoretisch bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Auftragsgröße "um 6.000 Euro" nachrüsten. (ng)

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