Mehrwertsteuersenkung: ZDK-Vize Hülsdonk will Gunst der Stunde nutzen

23.03.2009 23:33 Uhr
ZDK-Vizepräsident Hülsdonk setzt sich für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Werkstattrechnungen ein.
© Foto: ZDK / asp Montage

Angesichts der momentanen politischen Diskussionen sieht der Bundesinnungsmeister wachsende Chancen, eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auch bei Fahrzeugreparaturen durchzusetzen. Verschnupft reagiert er derzeit auf die Diskussionen um die Abwrackprämie.

Der Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk sieht aktuell den richtigen Zeitpunkt für einen neuen Vorstoß in Richtung Reduzierung der Mehrwertsteuer auch auf Kfz-Werkstattrechnungen. Die Chancen auf Durchsetzbarkeit seien angesichts der momentanen politischen Diskussionen stark gestiegen, erklärte Hülsdonk gegenüber asp-Online. Sowohl im eigenen Verband und auch im Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks tritt der Bundesinnungsmeister für diesen Punkt ein. In der vergangenen Woche hatte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eine schnelle Reaktion auf die von den EU-Finanzministern bei einer Ratssitzung am 10. März ermöglichte Absenkung der Mehrwertsteuer auf Dienstleistungen in verschiedenen Sektoren gefordert. Eine explizite Einbeziehung des Kfz-Gewerbes findet sich in dem EU-Ratsbeschluss allerdings nicht, die des Friseurhandwerks oder der Gastronomie dagegen schon. Auch Seehofer und andere Unionspolitiker, die ihre Forderung nun im Programm für die kommende Bundestagswahl verankern wollen, sprachen lediglich davon, "arbeitsintensive Handwerksbetriebe" steuerlich privilegieren zu wollen. Seehofers Parteikollege und Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, Klaus-Dieter Breitschwert, hatte auf der traditionellen ZDK-Pressekonferenz zur IHM noch eine bessere Absetzbarkeit von Kfz-Reparaturrechnungen bei der Steuererklärung gefordert (wir berichteten), also eine andere Form der Förderung. Politische Lobbyarbeit fürs Servicegeschäft "Ich sehe das pragmatisch: Die Art der Förderung ist für mich nicht vorrangig. Ich wäre z.B. auch für eine befristete Umsatzsteuersenkung im Rahmen einer vorübergehenden Konjunkturhilfe zu haben", sagte Hülsdonk. Sollte ein Signal aus Berlin kommen, müsse man bereit stehen und flexibel sein. Denn in der politischen Lobbyarbeit könnten die Dinge schnell eine Eigendynamik entwickeln, wie das Beispiel Umweltprämie gezeigt habe. Genau auf dieses Thema reagiert Hülsdonk aber etwas verschnupft. An Spekulationen über eine Aufstockung des Fördertopfes wolle er sich nicht beteiligen, sagte er gegenüber asp-Online. Dabei ließ er durchblicken, dass er nun die Kräfte der Lobbyarbeit lieber auf "sein" Anliegen gebündelt sähe, das stärker dem Servicegeschäft zugute kommen würde. (ng)

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