Die Marktstruktur im deutschen Reifenfachhandel hat sich im vergangenen Jahr erneut leicht in Richtung herstellergebundener Vertriebsformen verschoben. Dies ist das Fazit der Analyse des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) für das Jahr 2007. Demnach gibt es derzeit rund 2.000 Unternehmen mit insgesamt knapp 4.300 (Vorjahr: 4.200) Betriebsstätten. Als Reifenfachhändler zählen Unternehmen, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes im Geschäft mit Reifen realisieren. Rund 61 Prozent der Unternehmen bzw. 57 Prozent der Outlets seien freie Händler, der Rest ist vertraglich "mehr oder weniger stark" an die Reifenindustrie gebunden. Aber auch im freien Reifenfachhandel agierten immer häufiger Unternehmer in einer der Verbundgruppen der Branche: Laut BRV gehörten z.B. 1992 nur etwa ein Fünftel der Händler einer der Kooperationen des freien Reifenfachhandels wie etwa Point S oder Team Reifen-Union an. Heute seien es knapp 53 Prozent der Unternehmen mit knapp 44 Prozent aller Betriebsstätten. Geschrumpft sei infolge eines starken Konzentrationsprozesses hingegen die Zahl der industrieeigenen Handelszentralen. Von sechs im Jahr 1992 sind nunmehr mit Vergölst (Continental), Euromaster (Michelin) und Pneumobil (Pirelli) nur noch drei übrig geblieben, die den Angaben zufolge allerdings mit jetzt über 700 Outlets rund ein Drittel mehr Betriebe führen als seinerzeit. Erneut gewachsen sei im vergangenen Jahr die Zahl der Unternehmen und Betriebsstätten der so genannten industrienahen Kooperationen von Goodyear Dunlop (GDHS) und Bridgestone (First Stop), die von mittlerweile 781 Händlern (Vorjahr: knapp 700) mit insgesamt 1.143 (Vorjahr: 1.100) Betrieben genutzt würden. Die fünf im Markt verbliebenen großen ungebundenen Reifenhändler konnten laut Verbandsstatistik die Zahl ihrer Betriebsstätten von insgesamt 332 in 2005 über 356 im Folgejahr auf nun 395 Standorte ausbauen. Distributionsanteil von 55 Prozent Alle diese Vertriebsschienen des Reifenfachhandels im engeren Sinne hatten im vergangenen Jahr einen Distributionsanteil von 55 Prozent der an Verbraucher verkauften Pkw-Reifen. Den Rest des Umsatzkuchens teilen sich andere Marktteilnehmer: Es folgt der Vertriebskanal Autohaus (markengebundene und freie Werkstätten) mit 29 Prozent, danach Fachmärkte wie Pit-Stop und ATU mit zehn Prozent und der Online-Absatz (vier Prozent). Im Produktsegment Lkw seien konkurrierende Vertriebskanäle kein Thema. Hier sei der Reifenfachhandel mit 98,5 Prozent Distributionsanteil im Reifenersatzgeschäft seit Jahren unangefochten die Nummer Eins. (ng)
Marktstruktur: Reifenfachhandel baut Zahl der Betriebsstätten aus
Laut einer BRV-Statistik ist die Anzahl der Outlets im vergangenen Jahr leicht auf 4.300 gewachsen. Allerdings sind immer mehr Standorte herstellergebunden.