Vertreter des US-amerikanischen Mischkonzerns Honeywell sehen sich durch Aussagen "von führenden Industrieorganisationen, Autoherstellern und unabhängigen Testinstituten" in ihrer Auffassung bestätigt, dass das Kältemittel gemäß der neuen EU-Richtlinie der bevorzugte Nachfolger für das ab 2011 verbotene Kältemittel R-134a ist. Untersuchungen der Society of Automotive Engineers (SAE International) hätten "keine Hinweise auf besondere Risiken durch den Einsatz" ergeben. "Umfassende Simulationen der Klimaauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage auf der Basis von international anerkannten Testmethoden" hätten sogar ergeben, dass Wagen der Kompaktklasse mit 1234yf 20 bis 30 Prozent weniger Emissionen haben als Systeme, die CO2 als Kühlmittel verwenden. Zudem funktioniere das Kältemittel über alle Klimazonen hinweg besser als CO2. Da die Systemänderungen für 1234yf minimal seien, könne diese Lösung global schneller umgesetzt werden, Autohersteller könnten viel leichter ihre bestehende Flotte umrüsten. Dadurch ergäben sich zusätzliche Vorteile für die Umwelt, argumentierte Honeywell-Manager René Müller am Mittwoch in Genf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) machte dagegen vor Ort Front gegen das Kältemittel und verwies erneut auf eigene Untersuchungen, die hohe Gesundheitsrisiken für Passagiere und Retter im Falle eines Unfalls aufgezeigt hätten (wir berichteten). "Die aktuell einzig geprüfte serienreife und umweltfreundliche Alternative ist nach Überzeugung der DUH das natürliche Kältemittel Kohlendioxid (CO2) - in diesem Zusammenhang auch R744 genannt", betonte der Verband in Genf. (ng) Die Lobbyarbeit der Akteure setzt sich im Internet fort. Honeywell hat eine eigene Werbeseite für 1234yf eingerichtet, die DUH einen Film über die selbst durchgeführte Unfallsimulation publiziert. Beide Links finden Sie unten in der Box unter "Mehr im Netz".
Klimaanlagen: Streit um Kältemittel geht in Genf weiter
Der Streit um das beste Kältemittel zukünftiger Klimaanlagen in Fahrzeugen ist auf dem Automobilsalon in die nächste Runde gegangen. Sowohl der Hersteller des Kältemittels 1234yf, Honeywell, als auch die Deutsche Umwelthilfe warben vor Ort für ihre Positionen.