Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt sich kämpferisch und geht in die Ausbildungsoffensive. Man wolle mit Konzepten zur Personalentwicklung und –förderung einem erneuten Pisa-Schock entgegensteuern, so ZDK-Präsident Rolf Leuchtenberger in Köln. Gleichzeitig müsse das Bild, das die Öffentlichkeit über Kfz-Berufe hat, ausgebaut werden. Durch die ab 1. August geltende Neuordnung der Ausbildungsberufe werde es nach über 60 Jahren den Beruf des "Kfz-Mechanikers“ nicht mehr geben. Das Kraftfahrzeuggewerbe ist mit nahezu 100.000 Auszubildenden und einer Quote von rund 20 Prozent einer der führenden Ausbildungsbereiche in Deutschland. "Der erwartete Abschluss von 22.000 neuen Ausbildungsverträgen in diesem Jahr für den Beruf des Kfz-Mechatronikers macht deutlich, dass die Branche über ein unverändert hohes Angebot an Ausbildungsplätzen verfügt", glaubt Leuchtenberger. "Zwangsabgabe ist kontraproduktiv" Konsequenterweise wertet der ZDK den Vorschlag der Bundesregierung, mit einer Zwangsabgabe eine höhere Ausbildungsbereitschaft bei Unternehmen zu erreichen, als kontraproduktiv. Das Gewerbe nehme die Ausbildung junger Menschen sehr ernst. Im Vordergrund müsse aber eher die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Schule und die Vermittlung sozialer Kompetenz stehen. Im Zuge des demografischen Wandels ergebe sich ein harter Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter, was die Suche nach geeigneten Lehrlingen deutlich erschwere. Konzepte zur Personalentwicklung und –förderung sollen dieser Entwicklung entgegentreten. Zudem bestünden vielfach Informationsdefizite in Bezug auf die beruflichen Einsatzmöglichkeiten und Karrierechancen. Durch gezielte Aufklärungsarbeit in Schulen und in der Öffentlichkeit wolle man diesen Mangel ausräumen. (tc)
Kfz-Gewerbe will Lehrstellen-Flaute entgegenwirken
Initiativen gegen Pisa-Schock sollen Zwangsabgabe überflüssig machen