Kfz-Gewerbe: Mehr Umsatz mit weniger Beschäftigten

08.12.2009 14:28 Uhr
Die Kunden ließen im dritten Quartal mehr Geld in den Kfz-Betrieben.

Laut einer Bilanz des Statistischen Bundesamtes wuchsen die Einnahmen im dritten Quartal um 1,5 Prozent. Dafür sank die Zahl der Beschäftigten. Unerfreulich ist nach wie vor die Insolvenzstatistik im Gewerbe für dieses Jahr. Die Höhe der Gläubigerforderungen explodierte.

Als eine von zwei Gruppen kann sich das Kraftfahrzeuggewerbe im dritten Quartal 2009 über einen Umsatzzuwachs freuen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchsen die Einnahmen der Branche um 1,5 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Bilanz des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Demnach konnte nur das Gesundheitsgewerbe mit 2,1 Prozent einen höheren Zuwachs verzeichnen. Insgesamt ging der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk deutschlandweit um 5,1 Prozent zurück. Weniger erfreulich sind dagegen die in Destatis ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen. Sie sanken im Kfz-Gewerbe um 3,5 Prozent und damit stärker als im Bundesdurchschnitt (minus 2,1 Prozent). Einen höheren Rückgang verbuchte nur das gebeutelte Handwerk für den gewerblichen Bedarf (u.a. Metallbauer oder Landmaschinenmechaniker). Auch in dieser Kategorie führt das Gesundheitsgewerbe mit einem Beschäftigtenzuwachs von 0,2 Prozent (Bilanz s. unten in der Downloadbox). Nahezu konstant blieb laut Destatis im September die Zahl der Insolvenzen im Wirtschaftsbereich "Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz". Statt 88 wie im Vorjahresmonat gingen 87 Betriebe in die Knie, davon 24 endgültig. Kumuliert liegt die Zahl der Insolvenzverfahren in der Branche aber deutlich über dem Vorjahr. Bis einschließlich September erwischte es 978 Unternehmen. Das sind fast 20 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2008. 230 Verfahren wurden mangels Masse sofort abgewiesen. Fast explosionsartig stiegen die Gläubigerforderungen. Waren es im Vorjahreszeitraum "nur" 571 Millionen Euro, summieren sie sich in diesem Jahr bislang auf fast 2,4 Milliarden Euro. Auch die Zahl der von der Insolvenz betroffenen Beschäftigten wuchs deutlich von 4.293 auf 6.444. Einziger kleiner Lichtblick: Der Zuwachs geht fast vollständig auf die Kappe der Unterkategorie Kfz-Handel. Der Servicebereich bleibt mit bislang 281 Unternehmensinsolvenzen auf Vorjahresniveau. (ng)

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