Kfz-Gewerbe: Jedes fünfte Autohaus in Existenz bedroht

12.12.2008 11:15 Uhr
Leere Taschen: Für 20 Prozent der Kfz-Betriebe wird es 2009 eng.
© Foto: GW-trends

Laut Branchenverband wird es "für 20 Prozent der Betriebe im ersten Halbjahr 2009 eng". Bereits für dieses Jahr wird mit 1.200 Insolvenzen gerechnet – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Die Krise in der Automobilindustrie reißt das Kfz-Gewerbe mit. Jedes fünfte Autohaus ist nach Branchenangaben in seiner Existenz bedroht. "Für 20 Prozent der Betriebe wird es im ersten Halbjahr 2009 eng", sagte ein Sprecher des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ/Freitag). Von den 39.000 Betrieben in Deutschland wären demnach 8.000 bedroht. Bereits für 2008 rechnet der ZDK mit 1.200 Insolvenzen – doppelt so viele wie im Vorjahr. 30.000 Jobs seien dadurch gefährdet. "Das ist die schwierigste Phase, die unsere Branche je erlebt hat", sagte der Sprecher. Die Händler fordern von der Bundesregierung als Gegenmaßnahme u.a. eine "Verschrottungsprämie". Sie solle nicht nur beim Kauf von Neuwagen gezahlt werden, sondern grundsätzlich, wenn Käufer auf ein umweltfreundlicheres Auto umsteigen. Von den Herstellern erwarten die Händler die Übernahme von Risiken im Leasing-Geschäft, von den Banken günstigere Kredite. Novemberzahlen stimmen Nimmt man die Novemberzahlen als Maßstab, dann haben die meisten Servicebetriebe derzeit keinen Grund Trübsal zu blasen. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld meldeten die Autowerkstätten im vergangenen Monat gute Geschäfte. Mit einer durchschnittlichen Werkstattauslastung von rund 84 Prozent liege man knapp unter Vorjahresniveau, sagte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk mit dem Hinweis darauf, dass es innerhalb der markengebundenen Unternehmen und bei den freien Servicebetrieben eine Bandbreite der Auslastung zwischen 81 und 91 Prozent gebe. Die rund 39.000 Betriebe profitierten von einer saisonal bedingten Nachfrage, die im Jahresvergleich zu Monatsbeginn eingesetzt habe. Die Fahrer älterer Fahrzeuge hätten die im Vorjahr beobachtete Servicebremse gelockert. Wörtlich sagte Hülsdonk: "Wir bleiben auch im Endspurt des Autojahres zuversichtlich, den Serviceumsatz um etwa acht Prozent auf fast 30 Mrd. Euro steigern zu können". Schwierig sei unverändert das Geschäft mit Winterreifen, das etwa fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau liege. (dpa/msh)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.