Die Kfz-Branche muss die Liberalisierung der Handwerksordnung mit Augenmaß vorantreiben. Das forderte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), Rolf Leuchtenberger, anlässlich einer Mitgliederversammlung in Fulda. Im Hinblick auf die neuen Ausbildungsberufe und be-reits vorhandene Regelungen auf euro-päischer Ebene dürfe man einer Markt-öffnung nicht im Wege stehen, wenn Qualität und Standards in der Aus- und Weiterbildung auch in Zukunft gesichert bleiben. Leuchtenberger widersprach damit auch den Reformgegnern innerhalb des Kfz-Gewerbes: Zwar verstehe er, dass diejenigen am lautesten klagen, die vom Wegfall des großen Befähigungsnachweises betroffen seien. Doch man dürfe nicht vergessen, dass die Kfz-Ausbildungsberufe, mit Ausnahme des Lackierers, noch immer zur Gruppe der 32 verbliebenen Vollhandwerksberufe mit Meister-zwang gehören. "Ich bin kein unbedarfter Europäer, ich sehe durchaus Risiken durch die Öffnung der Märkte, vor allem in der Übergangszeit, in der sicherlich emotional und subjektiv mehr passiert, als es im realen Marktgeschehen der Fall ist", betonte Leuchtenberger. In diesem Zusammenhang ließ der ZDK-Präsident die Chance nicht umgenutzt, näher auf das Thema "neue Standards" einzugehen. Seiner Ansicht nach scheint bei vielen Herstellern und Importeuren die Auffassung vertreten zu werden, mit überzogenen Standards "das Eintrittsgeld für neue Marktbeteiligte (auch freie Betriebe) explosionsartig nach oben treiben zu können." Aus diesem Grund riet Leuchtenberger Autoherstellern und Importeuren, die Verträge mit Vernunft und Augenmaß zu gestalten. "Vor allem aber, die Verträge so schnell vorzulegen, dass unsere Betriebe die Chance haben, im Sinne unternehmerischer Zukunftsplanung detailliert planen zu können." (rp)
Handwerksordnung: Deutsche Kfz-Branche als Insel der Glückseligen?
ZDK-Präsident fordert eine Liberalisierung mit Augenmaß