Gummiventile bei Transportern : KBA sieht kein Sicherheitsrisiko

18.01.2008 16:01 Uhr
Vollgummiventile werden durch die Fliehkraft gegen das Felgenhorn gebogen. Das KBA sieht darin kein Sicherheitsrisiko.
© Foto: ASP Online

Die seit längerem in der Kritik stehenden Gummiventile bei Transportern sind nach Ansicht des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) "bei ordnungsgemäßer Verwendung" sicher. Zu diesem Ergebnis kam die Behörde nach längeren Untersuchungen.

Die seit längerem in der Kritik stehenden Gummiventile bei Transportern, so genannte Snap-in-Ventile, sind nach Ansicht des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) "bei ordnungsgemäßer Verwendung" sicher. Dies hat die Behörde heute mitgeteilt. Daher sei es nicht nötig Fahrzeuge zurückzurufen und die verbauten Ventile zwingend durch Metall-Einschraubventile zu ersetzen. "Ordnungsgemäß verwendet werden Snap-in-Ventile, wenn die gewählte Ventilausführung den vom Fahrzeughersteller angegebenen Reifenfülldruck im bestimmungsgemäßen Fahrbetrieb sicher abdeckt, die Ventilanlageflächen ausreichend groß und plan sind, der Ventillochbereich keine Grate aufweist sowie die Radkonstruktion eine sichere Ventilmontage zulässt und eine unzulässige große Auslenkung des Ventil im Fahrbetrieb verhindert", heißt es in der KBA-Mitteilung. Der Arbeitskreis Reifentechnik/Autoservice des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) hatte die Angelegenheit Anfang 2005 ins Rollen gebracht, nachdem bei der Interessengruppe Hinweise auf Unfälle mit solchen Fahrzeugen eingegangen waren. Nach Auswertung eines Sachverständigen-Gutachtens empfahl der BRV damals aus Sicherheitsgründen, bei Transportern und Leicht-Lkw keine Vollgummiventile mehr zu verwenden. Dieser Empfehlung schlossen sich in der Folgezeit die Staatliche Materialprüfungsanstalt der TU Darmstadt und der Ventilhersteller Alligator an. Keiner der untersuchten Unfälle habe zweifelsfrei einem Ventilschaden zugeordnet werden können, urteilte dagegen heute das KBA. Bei Ventilschäden komme es zu einem schleichenden Druckverlust, der eventuell zu einem Plattrollschaden führe. Im extremen Einzelfall sei ein Ventilabriss möglich. Dieser führt zu einem Reifendruckverlust, der aber anders als bei einem Reifenplatzer, vom Fahrzeugführer längere Zeit wahrgenommen und damit beherrscht werden könne. Ventilschäden "durch geeignete Maßnahmen" verringern Ursächlich für Ventilschäden könnten Vorschädigungen bei der Ventilmontage, ungünstige konstruktive oder fertigungstechnische Ausführungen einzelner Ventile oder Räder im Radschlüssel- und Ventillochbereich aber auch äußere Einflüsse sein, so die Behörde weiter. Das KBA hatte bei seinen Untersuchungen nach eigenem Bekunden Branchenvertreter der Automobil- und Zulieferindustrie, des Reifen- und Vulkanisierhandwerks sowie Reifensachverständige gehört. Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, die Zahl der Ventilschäden "durch geeignete Maßnahmen" weiter zu verringern, hieß es in der Behörden-Mitteilung ohne konkretere Angaben. Der BRV will in der kommenden Woche zu der Angelegenheit Stellung nehmen. (ng) Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde die Problematik durch Recherchen des AUTO SERVICE PRAXIS Redakteurs Peter Diehl. Sein Kommentar zum heutigen KBA-Ergebnis finden Sie hier

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