Gratis-Reifenwechselaktion: ADAC weist Kritik zurück

03.12.2008 12:13 Uhr
Der ADAC plant offenbar, seine vom BRV kritisierten Aktionen fortzusetzen.
© Foto: ADAC

Der Beschwerdebrief des BRV an den Club enthalte "komplett falsche Argumente und nicht haltbare rechtliche Einlassungen", so ADAC-Präsident Peter Meyer. Der BRV-Vorsitzende Peter Hülzer zeigte sich erbost über diese Bewertung.

Erbost hat der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) auf einen Brief des ADAC-Präsidenten Peter Meyer zu den Gratis-Reifenwechselaktionen zweier Regionalclubs (wir berichteten) reagiert. Es sei zu vermuten, "dass der ADAC seine von uns kritisierten Aktivitäten fortsetzen wird", erklärte der geschäftsführende Vorsitzende des BRV, Peter Hülzer, in einem Rundschreiben an die Mitglieder. In dem Brief, den der BRV auch auf seiner Internetseite hinterlegt hat (s. "Mehr im Netz" in der Box unten), wies Meyer die rechtlichen Bedenken zurück. Solche "Aktionen rund um das verkehrssichere Auto" fänden in den verschiedenen Regionalclubs ständig statt. Sie seien, ebenso wie die Kontrolle von Licht, Bremsen und Stoßdämpfern duch mobile und stationäre Prüfdienste des ADAC, nicht "kostenlos", sondern würden durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. BRV-Mitglieder könnten von solchen Aktionen sogar profitieren, da evtl. Mängel an der Bereifung zu einem Folgeauftrag führen könnten. Ähnliche Erfahrungen hätten die ZDK-Mitglieder beim gemeinsam mit dem ADAC alljährlich durchgeführten Licht-Test gemacht. "Sollten Sie als Vorsitzender für Ihren Verband mehr erreichen wollen als mir einen Brief mit komplett falschen Argumenten und nicht haltbaren rechtlichen Einlassungen zu übersenden, bin ich gerne bereit, mit Ihrem Verband Gespräche über eine ähnliche Aktion zu führen, die vorteilhaft für unsere Miglieder ist, der Förderung der Verkehrssicherheit dient und in die auch der BRV sich einbringen kann", schließt Meyer sein Schreiben an Hülzer. "Klare Missachtung von Herstellerempfehlungen" Die kostenlose Prüfung von Licht, Bremsen und Stoßdämpfer etc. mit der vom ADAC erbrachten handwerklichen Montagedienstleistung gleichzusetzen sei unzulässig, so Hülzer in seiner Reaktion auf den Brief Meyers. Zudem müsse die Frage gestellt werden, "wie es um das 'Engagement um mehr Verkehrssicherheit' beim ADAC steht, wenn auf Felgen gezogene Reifen montiert werden, ohne die technische Notwendigkeit des Auswuchtens zu prüfen bzw. in Ermangelung geeigneter Maschinen in den Prüfzentren prüfen zu können." Dies sei eine klare Missachtung der Empfehlung führender Automobilhersteller. Eine Chance auf Teilnahme an Aktionen, die der Verkehrssicherheit dienen könnten, hätte der ADAC seit 2002 durch Mitwirkung in der "Initiative Pro Winterreifen" gehabt, kritisierte Hülzer weiter. Diesbezügliche Bitten auf Mitwirkung seien aber stets abgelehnt worden. Ob der Verband gegen evtl. weiter stattfindende ADAC-Aktionen dieser Art tatsächlich rechtlich vorgehen wird, geht aus dem Rundschreiben nicht hervor. Ein BRV-Sprecher erklärte gegenüber asp-Online, man werde im Wiederholungsfall durch Juristen prüfen lassen, ob und welche Möglichkeiten es zur Gegenwehr gibt. (ng)

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