Gebrauchtwagenhandel: Lückenloser Lebenslauf soll Transparenz bringen

20.05.2009 10:06 Uhr
Die Diskussionsteilnehmer tauschten sich am Montag zum Thema Fahrzeughistorien aus.

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland und Europa muss verbraucherfreundlicher und sicherer werden. Zu diesem Ergebnis kamen am Montag Automotive-Experten und Politiker bei einer Diskussionsrunde in München zum Modell der Fahrzeughistorien von Carfax.

Die Carfax-Fahrzeughistorien (Vehicle History Reports,VHRs) funktionieren wie Online-Lebensläufe fürs Auto. Sie enthalten übersichtliche Informationen zum tatsächlichen Kilometerstand, der Vornutzung und der Anzahl der Fahrzeughalter, zu früheren Schäden und Unfällen eines Fahrzeugs. In den USA ist das Modell schon seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt, meldete Carfax Europe, ein Tochterunternehmen der 1984 in den USA gegründeten Carfax Inc. Das Unternehmen ist der erste Anbieter dieser Fahrzeuginformationen in Europa und veranstaltete am Montag eine Diskussion zum Thema "Mehr Verbraucherschutz auf dem Gebrauchtwagenmarkt." Ziel des Expertenaustauschs war es, die Vor- und Nachteile einer Einführung von VHRs für den Gebrauchtwagenmarkt in Europa und Deutschland zu debattieren. Unter der Moderation von Florian Scholbeck diskutierten Johann Grill (ADAC), Matthias Gleichmann (TÜV Nord Mobilität GmbH), Andreas Scheuer (Verkehrsausschuss im Deutschen Bundestag), Thomas Dickert (Bayerisches Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz) sowie Christian Schmitz (Carfax Europe). "Entscheidend für die Wirksamkeit der VHRs ist eine vollständige Datenbasis", sagte Matthias Gleichmann vom TÜV Nord. Nur so könnten Verbraucher nachhaltig und von Anfang an geschützt werden. Johann Grill vom ADAC beurteilt das Potential der VHRs als positiv. Allerdings, so Grill, müsse das Thema Qualität sichergestellt werden. Das Modell der Fahrzeughistorien von Carfax Europe zielt aus diesem Grund auf eine langfristige und ausgereifte Lösung, die unter Wahrung des Datenschutzes ausschließlich fahrzeugbezogene Daten zusammenführt und Nutzern zur Verfügung stellt, hieß es in einer Mitteilung. Für eine zeitnahe Umsetzung von Fahrzeughistorien auch in Deutschland müssten jetzt die notwendigen politischen Entscheidungen getroffen werden, erklärte etwa Andreas Scheuer, Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag: "Verbraucherschutz, Verkehrssicherheit und Betrugsbekämpfung im Gebrauchtwagenmarkt müssen verbessert werden. Es geht nun darum, die rechtliche Basis in Deutschland zu schaffen, um Fahrzeughistorien auch bei uns zu ermöglichen." (msh)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.