Die Refinanzierungskosten der Banken haben sich durch die erneute Zinssenkung der Europäischen Zentralbank für die Euro-Zone nochmals verringert. Leider ist nach den bisherigen Erfahrungen davon auszugehen, dass auch diese Zinssenkung, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich an die Unternehmerkredite weitergegeben wird. Bei den Geldanlagen ist das offensichtlich nicht der Fall: hier zahlen Bankinstitute mittlerweile je nach Angebot und Laufzeit noch nicht einmal mehr ein (!) Prozent an Zinsen. Sätze von zehn Prozent und mehr für den Überziehungskredit sind auf dem Geschäftskonto einfach nicht mehr akzeptabel. Sie engen nicht nur die Liquiditätsspielräume für Betriebsinhaber ein, sondern sorgen auch für zum Teil erhebliche Verstimmung im ohnehin arg strapazierten Kunde-Bank-Verhältnis. Auch Unternehmer, die über keine überdurchschnittliche Kreditwürdigkeit verfügen, sollten intensiv über ein Gespräch mit ihren Banken nachdenken, um hier endlich einen angemessenen Kreditzins zu erhalten. Dies gilt natürlich auch für Darlehen mit einem variablen Zinssatz, die sich (eigentlich) ebenfalls parallel zur allgemeinen Zinsentwicklung bewegen sollten. Wer sich bei der Bankenaufsicht erkundigen oder beschweren möchte, erfährt Details unter www.bafin.de. (Michael Vetter)
Finanztipp: Erneute Zinssenkung
Sätze von zehn Prozent und mehr für den Überziehungskredit auf dem Geschäftskonto sind nicht mehr akzeptabel. Auch bei einer durchschnittlichen Kreditwürdigkeit sollten Sie sich nicht vor einem klärenden Gespräch mit der Bank scheuen.