Das bei der Diesel-Abgasuntersuchung verwendete Equipment ist nicht mehr auf dem neusten Stand, monierten Teilnehmer einer Pressekonferenz der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gestern in Berlin. Den Angaben zufolge seien die verwendeten Messgeräte veraltet und reagierten erst auf Schadstoffkonzentrationen, die selbst bei defekten Abgasreinigungssystemen in seltenen Fällen erreicht würden, wie aus einer Mitteilung hervorging. So würden auch defekte Diesel-Partikelfilter (DPF) nicht entdeckt. Die DUH hat nun gemeinsam mit DEKRA, dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dem Bundesverband Automobil Service-Ausrüstungen (ASA) und dem Verband der TÜV (VdTÜV) eine "grundlegende Renovierung" gefordert. Einerseits würden mit erheblichem Aufwand Umweltzonen eingerichtet, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren, und andererseits werde die Wirksamkeit der Abgasreinigung nur zum Schein mit Placebo-Geräten überprüft, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Unterstützung erhält die DUH vom Präsidenten des ASA, Klaus Burger. Burger forderte konsequentes Handeln der Politik: "Nach dem schwierigen Start der Einführung von Dieselpartikelfiltern und deren Nachrüstprogrammen muss die Politik nun die Basis für eine zeitgerechte Kontrolle der Funktionsfähigkeit dieser Systeme über den Lebenszyklus gewährleisten". Günter Afflerbach vom TÜV Nord bestätigte anlässlich der Pressekonferenz in Berlin, dass der Austausch der veralteten Messgeräte zügig erfolgen könne: "In einem gemeinsamen Vorhaben der DEKRA, des ZDK, von ASA und VdTÜV haben moderne Partikelmessgeräte bewiesen, dass sie einsatzfähig sind.“ Um diese bei der Prüfung einsetzen zu können, warten die Reform-Befürworter noch auf die Genehmigung durch die zuständige Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB). (msh)
- Heftbeitrag asp 9/2009 zum Thema Abgasuntersuchung (466.5 KB, PDF)