Nach einer ersten Schätzung des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) musste die Branche im vergangenen Jahr einen Absatzrückgang bei Pkw-Reifen um 12,5 Prozent hinnehmen. Es seien bundesweit nur etwa 41,5 Millionen Pneus an Kunden verkauft worden, hieß es in einer Mitteilung an die Mitglieder vor dem Jahreswechsel. Angesichts der Überproduktion der Industrie liegt der Lagerbestand beim Handel laut BRV derzeit bei 7,5 Millionen Pkw-Reifen. Insbesondere das schleppende Winterreifengeschäft habe negativ zu Buche geschlagen, hieß es weiter. Ein Minus von 17,4 Prozent stelle "ein sehr ernsthaftes Problem für die Branche dar", so der Verband. Neben den üblichen Gründen wie sinkende Kaufkraft und steigende Mobilitästkosten gibt der BRV auch den Automobilherstellern eine Mitschuld an der Verkaufsmisere. Sie gäben vermehrt verdeckte Rabatte in Form eines kostenlosen Satzes Winterreifen. "Damit wird die Wertigkeit des von uns vermarkteten Produktes ad absurdum geführt", kritisierte der Verband. Seinen Mitgliedern rät der BRV zu vorsichtigen Absatzplanungen für 2008: "Der schwache Absatz des laufenden Jahres wird keine Ausnahmeerscheinung bleiben, sondern zeigt den Trend für die Zukunft an." Lediglich im Lkw-Reifengeschäft dürfte sich nach Verbandseinschätzung die "erfreuliche Stückzahl-, Umsatz- und Ertragsentwicklung" fortsetzen. (ng)
Bilanz: Verband der Reifenhändler unzufrieden mit 2007
Absatzrückgang um 12,5 Prozent / BRV: Automobilhersteller tragen Mitschuld an der Verkaufsmisere