Bilanz 2009: Zuwachs der Brancheninsolvenzen über Bundesdurchschnitt

10.03.2010 13:33 Uhr
Im Kfz-Gewerbe wuchs die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent
© Foto: Archiv / asp Montage

Während über alle Branchen gesehen die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 11,6 Prozent wuchs, nahm sie im Kfz-Gewerbe im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent zu. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter wuchs gar um fast 30 Prozent.

Im Jahr 2009 haben nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 1.272 Unternehmen des Kfz-Gewerbes Insolvenz angemeldet. Das sind 15,6 Prozent mehr als 2008 und auch mehr als der Bundesdurchschnitt: Insgesamt meldeten die deutschen Amtsgerichte 32.687 Unternehmensinsolvenzen und damit 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen im Bereich "Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz" belief sich den Angaben zufolge auf etwa 2,7 Milliarden Euro (2008: 756,6 Millionen Euro); 7.546 Autohaus- und Werkstatt-Mitarbeiter waren betroffen (2008: 5.859). 312 Insolvenzen seien mangels Masse sofort abgewiesen worden, heißt es in der Statistik. Zum Vergleich: Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen aller Gläubiger im Jahr 2009 auf rund 85 Milliarden Euro. "Dies war die bisher höchste Forderungssumme und ist auf die Insolvenzen einiger wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurückzuführen", hieß es in der Destatis-Mitteilung. Im Jahr 2008 beliefen sich die Forderungen auf 33,5 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages waren 2009 bei den insolventen Unternehmen den Angaben zufolge 250.813 Personen beschäftigt. Im Vorjahr waren 121.675 Arbeitnehmer von Insolvenzen betroffen. Allerdings konnten die Gerichte in beiden Jahren bei etwa 16 Prozent der insolventen Unternehmen keine Angaben über die Zahl der betroffenen Beschäftigten machen. Auch die Zahl der Insolvenzen von Verbrauchern nahm zu. 2009 haben 101.102 Personen eine Verbraucherinsolvenz beantragt, das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2008 waren die Verbraucherinsolvenzen zum ersten Mal seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 zurückgegangen (minus 7,1 Prozent gegenüber 2007). Destatis zählte zudem 1.676 Insolvenzen von natürlichen Personen, die als Gesellschafter größerer Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren. (ng)

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