ADAC gibt Vertragswerkstätten den Vorzug

20.10.2006 12:49 Uhr
Mit jeder dritten Werkstatt war der ADAC nicht zufrieden.
© Foto: ADAC

Systembetriebe vor Freien / Jede dritte Werkstatt erhält die Note "mangelhaft" / Ergebnislisten zum Download

Muss ein Auto zur Inspektion, so ist es in einem Vertragsbetrieb am besten aufgehoben. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls der ADAC. Beim diesjährigen Werkstatttest wurden 72 Reparaturbetriebe unter die Lupe genommen. Überprüft wurde die Leistung von jeweils 24 Vertragswerkstätten, Betrieben, die zu Werkstattsystemen gehören und Freien Werkstätten. Jede dritte untersuchte Werkstatt arbeitete laut ADAC-Urteil "mangelhaft". Bei den Freien Werkstätten seien es sogar mehr als die Hälfte gewesen. Am besten haben die Vertragswerkstätten abgeschnitten. Alle vier Mercedesbetriebe erhielten die Note "sehr gut". Bei VW und Toyota schnitten drei der vier Vertragswerkstätten mit "gut" ab. Ford-Betriebe konnten mit einem "sehr gut" und einem "gut" aufwarten. Bei Opel gab es je zwei Mal "gut" und "zufrieden stellend". Deutlich schwächer punkteten die Renault-Werkstätten. Hier gab es nur einmal "gut", dafür zweimal "zufrieden stellend" und einmal "mangelhaft". In der Gesamtwertung erreichten die Vertragswerkstätten im Schnitt 76 von 100 möglichen Punkten, der mittlere Preis für eine Inspektion betrug 232 Euro. Bei den Werkstatt-Systemen von "1a-Autoservice" und "Meisterhaft" war das Ergebnis sehr gemischt. Die insgesamt sechsmal vergebene Note "sehr gut" oder "gut" ging durchweg an 1a-Betriebe. Systembetriebe boten die Inspektionen im Schnitt für 177 Euro an und erreichten 61 Punkte. Am Ende der Wertung rangieren mit 13 Mal "mangelhaft" die Freien Werkstätten. Sie kassierten im Mittel 169 Euro, erzielten aber nur 52 Gesamtpunkte. Die Aufgabe war für alle gleich: Eine Fahrzeuginspektion sollte nach Herstellervorschrift durchgeführt werden. Die fünf eingebauten Fehler (s.u.) bei einem Ford Focus I, einer Mercedes A-Klasse (W168) einem Opel Astra G, einem Renault Mégane I, einem Toyota Corolla (E11) und einem VW Golf IV hätten laut ADAC zwangsläufig gefunden werden müssen, wäre der Serviceplan korrekt abgearbeitet worden. Neben der technischen Durchführung der Inspektion wurden Serviceaspekte wie Auftragserteilung, Fahrzeugübernahme und Rechnungsstellung untersucht. "Nur eine Stichprobe" Angesprochen auf die Testanordnung – jedem Betrieb wurde nur ein Fahrzeug vorgeführt – räumte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer ein, dass solch ein Test zwangsläufig immer eine Stichprobe sei. Dennoch sei die Tendenz, dass Vertragsbetriebe bessere Ergebnisse lieferten augenfällig. Vor der Terminanfrage seien die vertragsfreien Betriebe explizit gefragt worden, ob sie eine Inspektion nach Herstellervorgabe durchführen könnten. Deshalb sei die evtl. fehlende Verfügbarkeit von Original-Inspektionsdaten keine Entschuldigung für schlechte Ergebnisse, erklärte Maurer. Bei den Freien Werkstätten sei der Schwerpunkt auf ehemalige Vertragsbetriebe der jeweiligen Marke gelegt worden. Den stichprobenartigen Charakter solcher Tests kritisierte Wolfgang Bredlau, Vertriebsleiter Werkstatt- und Handelssysteme bei der Teilehandelskooperation Auto-Teile-Ring, zu dem das "Meisterhaft"-System gehört. Laut Bredlau wurden nur sechs Betriebe getestet, was kein repräsentatives Ergebnis zulasse. Eigene und auch Tests anderer Institutionen hätten häufig ein weitaus besseres Resultat ergeben. Dennoch nehme man den ADAC-Test zur Kenntnis, um auf den ständig durchgeführten Abendveranstaltungen für Mitgliedsbetriebe weiter auf eine Verbesserung der Qualität zu drängen. Bredlau lobte den ADAC aber auch für die Erneuerung seiner Forderung, vertragsfreien Betrieben die gleichen technischen Informationen zukommen zu lassen, wie den Vertragsbetrieben. "Trotz anders lautender GVO werden uns hier seit Jahren Knüppel zwischen die Beine geworfen", beklagte Bredlau. Vor diesem Hintergrund relativiere sich auch das Ergebnis der Vertragswerkstätten, die mit freiem Zugang zu Informationen auch nur eine 50-prozentige Quote mit (sehr) guten Ergebnissen hervorgebracht hätten. (ab/ng) Die detaillierten Ergebnisse stehen rechts in der Downloadbox zum Abruf bereit

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