Freitag, 13.12.2019
Verkehrsblatt IVW
 

Messe mit besonderem Flair

Messe mit besonderem Flair
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© AUTO SERVICE PRAXIS

Zahlreiche technische Innovationen rund um Werkstattausrüstung und ein reichhaltiges Rahmenprogramm machen die Autopromotec als Business-Messe für die Servicebranche interessant. Auch deutsche Aussteller gehen nicht an Bologna vorbei.

Für nicht wenige Werkstattausrüster ist Italien der Heimatmarkt. Das norditalienische Bologna ist daher prädestinierter Messestandort und machte auch in diesem Jahr wieder "bella figura". Die kleine Automechanika zieht Aussteller aus aller Welt an und auch das Publikum ist nicht weniger international. Die Messe selbst versteht sich als Schaufenster, das Hersteller von Werkstattausrüstung und den Großhandel zusammenbringt. Dabei verliert man den Anwender nicht aus den Augen. Messebesucher erhalten einen umfassenden Einblick in alle Bereiche der Werkstattausrüstung, sei es Hebetechnik, Diagnose, Radmontage, Ersatzteile oder Karosserie. Zudem konnten Besucher wieder ein interessantes Rahmenprogramm mit Informationsveranstaltungen, Expertentreffs und Workshops erleben.

In den Hallen konnten Besucher viele technische Neuerungen entdecken, deren Markteinführung in Deutschland teils noch bevorsteht. Beissbarth präsentierte sich unter dem Dach der BASE Group (Beissbarth Automotive Service Equipment). Dahinter steht die neue internationale Gruppe der Werkstattausrüster Beissbarth GmbH, Sicam Srl, APAC Srl und Werther International S.p.A. Beissbarth wurde 2018 von dem Münchner Investor Stargate Capital gekauft und gehört seitdem zur selben Unternehmensgruppe wie Werther und Sicam. Gezeigt wurden unter anderem Neuerungen in den Bereichen Lichteinstelltechnik, Radmontage und Fahrwerkvermessung. Neu ist das Lichteinstellgerät MLD 9000, das im Juli als Nachfolger des MLD 815 in den Markt kommt. Technisch verfügt das Gerät über eine neue Kamera mit höherer Auflösung (5 Megapixel) und stärkerer Rechnerleistung. Es ist ausgelegt für alle Lichtquellen und blendfreie Fernlichtsysteme. Verbessert wurde gegenüber dem Vorgänger das Gegengewichtsystem zur leichten Bedienung mit nur einer Hand. Außerdem am BA-SE-Stand: Die Reifenwuchtmaschine MT ZERO 6, die automatisch mit Laser den Reifen vermessen kann. Das Gerät verfügt bereits über die Homologation durch VW. Nach Eingabe des Reifentyps (Stahl, Alu) zeigt das Gerät nach nur sechs Sekunden Messzeit genau an, wo Gewichte angebracht werden müssen. Zur besseren Visualisierung steht optional ein großer interaktiver 22-Zoll-Bildschirm zur Verfügung, der auch mit Handschuhen bedient werden kann.

Achsmessung erkennt kleinste Fehler

Werkstattausrüster Snap-on, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert, bietet Produkte unter Premium-Brands wie Hofmann, John Bean, Sun, Blackhawk oder Josam. Ganz neu ist die Reifenmontiermaschine Monty 8800p SmartSpeed von Hofmann. Mit ihr lassen sich RunFlat-Reifen ebenso wie konventionelle Reifen wechseln. Die patentierte Smart-Speed-Funktion dient zur Optimierung des Drehmomentes mit automatischer Einstellung der maximal möglichen Drehzahl. Sie verhindert Beschädigungen am Reifen und der Monteur kann weniger Fehler machen Eine weitere Neuigkeit am Snap-on-Stand: Der Achsmesslift wird zusammen mit dem Achsmessgerät als Gesamtpaket angeboten - und zwar unter der Marke John Bean. Der Achsmesslift zeichnet sich durch die extralangen Schiebeplatten für lange und kurze Radstände sowie flexible Drehteller aus. Das 3-D-Achsmessgerät (V1200 von John Bean bzw. Geoliner 120 von Hofmann) besteht aus Fronttargets an den Vorderrädern sowie zwei Kameras an der Hinterachse. In den Kameras ist auch der Computer integriert. Das System ist mobil einsetzbar und kalibriert sich selbst. Das Linux-basierte System unterstützt den Monteur durch eine integrierte Fehlererkennung: Möglich wird dies durch eine Kamera, die bis zu 18 Bilder pro Sekunde macht. Durch die filmähnliche Sequenz werden unterschiedliche Profiltiefen an den Reifen erkannt.

Automatisierung immer wichtiger

Platzhirsch Corghi zeigte ebenfalls zahlreiche Neuheiten, unter anderem die Reifenmontiermaschine Master 28 Automatik, die eine noch größere Bandbreite an Räder-Dimensionen bearbeiten kann. Ausgestattet ist die Maschine mit pneumatischem Radlift, was vor allem bei den schweren SUV-Rädern immer wichtiger wird, um die körperliche Belastung für Monteure erträglich zu halten.

Der italienische Werkstattspezialist Texa zeigte ebenfalls eine breite Palette an Neuheiten in den Bereichen Diagnose, Lichteinstelltechnik, Klimaservice und Fahrwerkeinstellung. Ein Hilfswerkzeug, das sich in Italien bereits großer Nachfrage erfreut, ist der laserbasierte Bremsscheibenmesser "Laser Examiner", der den Verschleiß der Bremsscheibe sowie die Profiltiefe am Reifen in Sekundenschnelle misst. Der nur zahnbürstengroße Messstift ist per Bluetooth mit Software verbunden und zeigt kritische Werte rot an. In Deutschland soll er im Sommer eingeführt werden.

Mit dem Lichteinstellgerät "E-Light" bietet Texa ein Top-Gerät erweitert um die elektronische Diagnose. Es ist das erste System seiner Art, das die elektronische Diagnose integriert. Außerdem konnten Besucher am Texa-Stand das neue Radarund Kamera-Kalibriersystem RCCS 2 bestaunen, das in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich ist. Damit können alle Arten von Kalibrierungsarbeiten an Radar- und Kamerasystemen durchgeführt werden. Als komplett neues Geschäftsfeld beginnt Texa über die Gesellschaft Texa Dynamics die Produktion von Elektromotoren. Am Stand zu sehen gab es einen 60- KW-Motor, der bei gleichem Gewicht die doppelte Leistung bringt.

Autor: Dietmar Winkler

 
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