Mittwoch, 17.07.2019
Verkehrsblatt IVW
17.12.2018

¬ Filterspezialist

Mann + Hummel will Feinstaub-Geschäft ausbauen

Feinstaubfilter Mann+Hummel

Neben den Filtersäulen setzt Mann + Hummel vor allem auf Feinstaubfilter, die direkt an den Fahrzeugen angebracht werden können.
© Foto: Mann+Hummel

zum Themenspecial Feinstaub

Die Debatte um saubere Luft soll dem Filterexperten Mann + Hummel lang erwartetes Geschäft bescheren. "Wir haben schon vor zehn Jahren Prototypen für Bremspartikelfilter gebaut", sagte Firmenchef Werner Lieberherr im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Doch damals interessierte sich niemand dafür. "Die Zeit muss reif sein", so Lieberherr. "Jetzt sind wir in Gesprächen mit den Autoherstellern. Wir haben bereits eine Kooperation mit einem Bremsenhersteller."

Mann + Hummel beteiligt sich wie andere Firmen in Stuttgart an Projekten, um die Luft an neuralgischen Punkten wie dem Neckartor sauberer zu machen. Dort hat die Firma beispielsweise in einem Pilotprojekt Säulen mit Feinstaubfiltern aufgestellt. Die Diskussion um saubere Luft werde nicht nur in Deutschland geführt, sagte Lieberherr. "Wir diskutieren auch in China, Indien, Korea und Japan mit den Behörden vor Ort."

Neben den Filtersäulen setzt der Filterspezialist vor allem auf Feinstaubfilter, die direkt an den Fahrzeugen angebracht werden können. Denn ein Großteil des Feinstaubs im Straßenverkehr entsteht auch durch Abrieb von Reifen und Bremsen.

Säulen sollen auch Stickoxide filtern

"In der Öffentlichkeit findet gerade eine Diskussion um Stickstoffdioxide statt", sagte er. "Feinstaub ist aber das größere Problem, weil die ultrafeinen Partikel irreversibel im menschlichen Körper bleiben." Dennoch plant Mann + Hummel im ersten Quartal, einige stationären Säulen so auszulegen, dass sie auch Stickoxide filtern können.

In der Diskussion um Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge werden häufig Stickoxide als Problem herausgestellt. Das Umweltbundesamt geht von einer gesundheitsschädlichen Wirkung aus - vor allem für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen. Viele Experten halten aber die Folgen von Feinstaub für noch schwerwiegender.

Welchen Effekt die Stimmung für saubere Luft auf das Geschäft des Filterspezialisten haben wird, sei schwer abzuschätzen. "Das wird gewiss einmal zu Umsatz führen, aber die gesellschaftliche Bedeutung wird erst einmal größer sein als der Umsatzbeitrag." Die Firma mit Sitz im baden-württembergischen Ludwigsburg beschäftigte zuletzt mehr als 20.000 Mitarbeiter und kam auf 3,9 Milliarden Euro Umsatz.

Neben Industriefiltern und Innenraumfiltern für Autos nimmt das Thema saubere Luft größeren Raum ein. "Wir verstärken den Bereich Life Sciences und Environment. Das ist wichtig, damit wir konkurrenzfähig bleiben", sagte Lieberherr. In dem Bereich macht Mann + Hummel bislang rund sieben Prozent vom Umsatz - etwa 350 Millionen Euro. "Das wollen wir ausbauen in den nächsten Jahren."

"Um die eine oder andere Rationalisierung werden wir nicht herumkommen"

Der Firmenchef, der erst im November die Leitung des Familienunternehmens übernommen hat, will die Organisation straffen.2018 drückten Währungseffekte auf das Ergebnis, so dass es ähnlich ausfallen werde wie im Vorjahr. "2019 wollen wir bei der Profitabilität etwas zulegen", so Lieberherr. "Der Preisdruck insgesamt ist hoch. Um die eine oder andere Rationalisierung werden wir nicht herumkommen." Schon in den vergangenen Jahren hatte Mann + Hummel immer wieder Stellen eingespart.

Im Unternehmen will Lieberherr aber vor allem Hierarchien abbauen. "Wir brauchen kurze und schnelle Entscheidungen. Und könnten näher am Kunden sein", so der Firmenchef. Vor allem in Asien sehe er Verbesserungspotenzial. "Dort spielt momentan die Musik." Intern habe er neue Kommunikationsstrukturen eingeführt, um mehr Transparenz zu schaffen. Gleichzeitig plant Lieberherr weitere Übernahmen: "Wir brauchen eine kritische Masse", sagte er. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Mann+Hummel)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

Mahle Charge-Big-Ladepunkte

Mahle nimmt 100 E-Ladestationen in Betrieb

Mahle hat am Dienstag 100 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge im firmeneigenen Parkhaus in Bad Cannstatt in Betrieb genommen. Die Einweihung ist ein Beitrag zum Aktionstag des Bündnisses für Luftreinhaltung. ¬ mehr

16.07.2019

¬ Werkstatttechnik

16.07.2019

¬ Volvo

Volvo XC60 (2014)

Brandgefahr bei vielen Modellen

Weltweit müssen über eine halbe Million Volvo-Fahrzeuge mit Diesel-Motoren zurück in die Werkstätten. Der Ansaugkrümmer aus Kunststoff kann sich durch Hitzeeinwirkung verformen. Im schlimmsten Fall kann es zum Motorbrand kommen. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 09.07.2019 | Neuauflage BMW X6

    Schick statt praktisch

    R. Luft meint: Allein die Überschrift zeigt, dass die Autoindustrie (damit meine ich alle, die im weitesten Sinne ...mehr

  • 04.07.2019 | BGH-Urteil

    DUH darf weiter klagen und abmahnen

    Betroffener meint: Das Urteil ist ausgefallen wie es zu erwarten war. Wenn das Gericht feststellt, dass die DUH nicht g...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Leistungsträger statt Mitläufer!

In der Neuerscheinung "Gewinnertypen im Verkauf" zeigt Ihnen Top-Verkäufer Ulrich Stegmann, wie Sie zu einer erfolgreichen Verkäuferpersönlichkeit werden. ¬ Jetzt bestellen!