Dienstag, 15.10.2019
Verkehrsblatt IVW
14.05.2019

¬ Automatisiertes Fahren

Experten beantworten Fragen zur Sicherheit

Seit drei Jahren forscht ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft an Standards zur Absicherung hochautomatisierter Fahrzeuge.
© Foto: TÜV Süd

zum Themenspecial TÜV SÜD AG

Auf dem Weg zum automatisiertem Fahren hat ein Projektteam aus Wirtschaft und Wissenschaft eine wichtige Hürde genommen. "Wir haben eine Methode entwickelt, mit der eine einheitliche Bewertung und Absicherung der Fahrfunktion möglichst effizient erfolgen kann", sagte Karsten Lemmer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag. "Wir werden künftig auf der Autobahn chauffiert werden", sagte der Projektkoordinator auf einem Volkswagen-Testgelände im niedersächsischen Wittingen.

Die Projektpartner wollen Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme beantworten, bevor diese auf den Straßen eingesetzt werden. In dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt "Pegasus" arbeiten seit drei Jahren Autohersteller, Zulieferer, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zusammen.

Als beispielhaften Anwendungsfall nehmen sie den sogenannten Autobahn-Chauffeur. Er soll auf Autobahnen oder Schnellstraßen bei Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometer pro Stunde selbstständig einen Spurwechsel vornehmen, während der Fahrer sich anderen Dingen widmen kann.

Mit der Entwicklung der Methode zur Freigabe der Fahrfunktionen sei ein wichtiger Beitrag für die spätere Zulassung automatisierter Fahrzeuge geleistet worden, sagte Daniel Lipinski aus der Konzernforschung bei Volkswagen. Dennoch sei überhaupt noch nicht absehbar, wann es diese auf der Straße geben werde.

Digitale Homologation

Wegen der Vielzahl zu testender Verkehrssituationen spielt die Simulation bei der künftigen Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge eine entscheidende Rolle, wie der TÜV SÜD in einer Mitteilung betonte. Die Prüfexperten gehen hier von bis 100 Millionen Situationen pro vollautomatisierter Fahrfunktion aus. "Die Kosten und der zeitliche Aufwand für herkömmliche Tests auf der Straße wären zu hoch", sagte Patrick Fruth, Leiter der Division Mobility. Bei der künftigen digitalen Homologation kämen daher zu den etablierten Verfahren virtuelle Methoden hinzu.

Hauptaufgabe des TÜV SÜD im Pegasus-Konsortium war es, Testmethoden und -szenarien zu erarbeiten. Weiterhin machten die Experten reale Ergebnisse in einer Datenbank für die Simulation nutzbar. Hinzu kamen die Funktionale Sicherheit sowie die Definition und Bewertung von Automatisierungsrisiken allgemein. (dpa/rp)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: TÜV Süd)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

15.10.2019

¬ Auto der Zukunft

Schutz gegen Quantencomputer-Hacker

Quantenprozessoren könnten die Computertechnik revolutionieren. Und auch für neue Sicherheitsprobleme sorgen. Die Bundesregierung will nun vorbauen. ¬ mehr

Für die linke Spur

VW macht seinen kompakten Crossover T-Roc zum reinrassigen Sportwagen. Der T-Roc R hat einen Zweiliter-Turbobenziner mit 300 PS, Allradantrieb und schafft Tempo 250. Das richtige Signal eines Konzerns, der Vorreiter der E-Revolution sein will? ¬ mehr

Jörg Rheinländer Thomas Geck

HUK-Coburg feilt am Werkstatt-Netz

Mit neuen Kooperationen, einer weiter verbesserten Betreuung und digitalen Lösungen will der Marktführer in Sachen Kfz-Versicherung seine Partnerbetriebe fit für die Zukunft machen. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 09.10.2019 | BMW X5 M/X6 M

    Die 600-PS-Hürde ist genommen

    Rolf Luft meint: Genau deshalb sind die Diskussionen um ein generelles Tempolimit angebracht. Würde der Hersteller s...mehr

  • 08.10.2019 | Kretschmann für Tempolimit

    "Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen"

    Rolf Luft meint: Ich bin zwar auch gegen ein Tempolimit, weil man beim Autofahren fast alles vorgeschrieben bekommt. ...mehr

  • 08.10.2019 | Kretschmann für Tempolimit

    "Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen"

    Torsten Schmidt meint: ... im Prinzip spricht nichts dagegen. Mit 130 Km/h läßt sich leben.Ich habe es in diesen Jahr sch...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Entdecken Sie Quirin!

In der Neuerscheinung "Die Quirin-Formel" zeigt Ihnen Dr. Andreas Block, welche zentralen Bausteine erfolgreiche Autohäuser gemein haben. ¬ Jetzt bestellen!