Donnerstag, 22.08.2019
Verkehrsblatt IVW
15.04.2019

¬ Software-Updates

Eine Million mehr Dieselautos betroffen

Die 2017 zugesagten Software-Updates sollten eigentlich bis Ende 2018 verwirklicht werden.
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Die deutschen Autohersteller sind bei der Nachrüstung von Dieselautos mit Abgas-Software noch immer im Verzug. Derzeit sei rund eine Million der betroffenen etwa 5,3 Millionen Fahrzeuge bei der Software noch nicht auf dem neuesten Stand, teilte das Bundesverkehrsministerium in Berlin am Samstag auf Anfrage mit. Es handelt sich um jene Diesel-Pkw, für die die Hersteller im Jahr 2017 ein Software-Update zugesagt hatten und dies bis Ende 2018 verwirklichen wollten.

Außerdem gibt es laut Ministerium noch eine weitere Million Dieselautos, die von in- und ausländischen Herstellern später gemeldet worden seien und nun möglichst schnell ebenfalls umgerüstet würden. Darunter seien auch "verpflichtende Rückrufe der vergangenen Monate von Fahrzeugen deutscher Hersteller".

In einer Antwort der Bundesregierung vom 29. März auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hieß es, von den genannten 5,3 Millionen Dieselautos seien inzwischen 4,1 Millionen umgerüstet worden. Die Automobilhersteller hatten 2017 für 5,3 Millionen Wagen zugesagt, den Stickoxid-Ausstoß um durchschnittlich rund ein Viertel zu senken. Seitdem habe sich die Zahl der umzurüstenden Dieselautos auf 6,3 Millionen erhöht, hieß es vom Ministerium. Für all diese Wagen hätten die Hersteller Anträge auf Updates beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eingereicht.

Der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn kritisierte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe sich bei den freiwilligen Software-Updates "von der Autoindustrie vorführen lassen". Bei etlichen Automodellen seien auch verpflichtende Rückrufe angeordnet worden, "doch diese sind teilweise bis heute nicht gestartet", sagte Kühn. "Solange Scheuer bei den Rückrufen nicht aufs Tempo drückt, trägt er die Verantwortung für weitere Fahrverbote in unseren Städten."

Schärfere Grenzwerte im Gespräch

Das Umweltbundesamt dringt darauf, über schärfere Grenzwerte für Feinstaub nachzudenken. Eine Diskussion darüber sei "erforderlich", sagte Amtspräsidentin Maria Krautzberger der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deutlich strengere Grenzwerte als derzeit gültig. "Auch wir im Umweltbundesamt sehen die Risiken durch zu hohe Feinstaubkonzentrationen."

Experten der Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) hatten der Bundesregierung diese Woche "nachdrücklich" empfohlen, die Belastung der Menschen zu reduzieren und eine Verschärfung der Grenzwerte zu prüfen. Feinstaub sei gefährlicher als Stickoxide, die derzeit für Fahrverbote sorgten, hieß es in einer Stellungnahme. Er könne Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder auch Lungenkrebs verursachen. Feinstaub stammt etwa aus Dieselruß, vom Reifenabrieb oder aus Abgasen von Industrie, Kraftwerken, Heizungen und Holzöfen. (dpa)

 
 

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