Montag, 16.12.2019
Verkehrsblatt IVW
15.04.2019

¬ Software-Updates

Eine Million mehr Dieselautos betroffen

Die 2017 zugesagten Software-Updates sollten eigentlich bis Ende 2018 verwirklicht werden.
© Foto: Wellnhofer Designs/stock.adobe,com

zum Themenspecial Emission

Die deutschen Autohersteller sind bei der Nachrüstung von Dieselautos mit Abgas-Software noch immer im Verzug. Derzeit sei rund eine Million der betroffenen etwa 5,3 Millionen Fahrzeuge bei der Software noch nicht auf dem neuesten Stand, teilte das Bundesverkehrsministerium in Berlin am Samstag auf Anfrage mit. Es handelt sich um jene Diesel-Pkw, für die die Hersteller im Jahr 2017 ein Software-Update zugesagt hatten und dies bis Ende 2018 verwirklichen wollten.

Außerdem gibt es laut Ministerium noch eine weitere Million Dieselautos, die von in- und ausländischen Herstellern später gemeldet worden seien und nun möglichst schnell ebenfalls umgerüstet würden. Darunter seien auch "verpflichtende Rückrufe der vergangenen Monate von Fahrzeugen deutscher Hersteller".

In einer Antwort der Bundesregierung vom 29. März auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hieß es, von den genannten 5,3 Millionen Dieselautos seien inzwischen 4,1 Millionen umgerüstet worden. Die Automobilhersteller hatten 2017 für 5,3 Millionen Wagen zugesagt, den Stickoxid-Ausstoß um durchschnittlich rund ein Viertel zu senken. Seitdem habe sich die Zahl der umzurüstenden Dieselautos auf 6,3 Millionen erhöht, hieß es vom Ministerium. Für all diese Wagen hätten die Hersteller Anträge auf Updates beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eingereicht.

Der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn kritisierte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe sich bei den freiwilligen Software-Updates "von der Autoindustrie vorführen lassen". Bei etlichen Automodellen seien auch verpflichtende Rückrufe angeordnet worden, "doch diese sind teilweise bis heute nicht gestartet", sagte Kühn. "Solange Scheuer bei den Rückrufen nicht aufs Tempo drückt, trägt er die Verantwortung für weitere Fahrverbote in unseren Städten."

Schärfere Grenzwerte im Gespräch

Das Umweltbundesamt dringt darauf, über schärfere Grenzwerte für Feinstaub nachzudenken. Eine Diskussion darüber sei "erforderlich", sagte Amtspräsidentin Maria Krautzberger der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deutlich strengere Grenzwerte als derzeit gültig. "Auch wir im Umweltbundesamt sehen die Risiken durch zu hohe Feinstaubkonzentrationen."

Experten der Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) hatten der Bundesregierung diese Woche "nachdrücklich" empfohlen, die Belastung der Menschen zu reduzieren und eine Verschärfung der Grenzwerte zu prüfen. Feinstaub sei gefährlicher als Stickoxide, die derzeit für Fahrverbote sorgten, hieß es in einer Stellungnahme. Er könne Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder auch Lungenkrebs verursachen. Feinstaub stammt etwa aus Dieselruß, vom Reifenabrieb oder aus Abgasen von Industrie, Kraftwerken, Heizungen und Holzöfen. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Wellnhofer Designs/stock.adobe,com)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

13.12.2019

¬ Personalie

Steffen Raschig

Peugeot-Manager wechselt zu Würth

Steffen Raschig, Geschäftsführer von Peugeot in Deutschland, leitet ab 1. März 2020 den Bereich "International Key Account Automotive" beim Großhandelskonzern Würth. ¬ mehr

Bilder 13.12.2019

¬ ATU/Borgward

Aus für Service-Partnerschaft

Niedrige Absatzzahlen, neuer Gesellschafter: Ab 1. Januar 2020 führt die Werkstattkette ATU keine Garantie- und Gewährleistungsarbeiten für Borgward-Modelle mehr durch. ¬ mehr

Morgan mit und ohne Leiterrahmen

Der Morgan danach

Im Frühjahr 2019 hat Morgan sein erstes Modell auf einer modernen Alu-Plattform vorgestellt. Diese wird kommendes Jahr endgültig das Ende der langen Leiterrahmen-Ära einläuten. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 06.12.2019 | Klimaziele im Verkehr

    Umweltbundesamt für drastische Maßnahmen

    Mario meint: Immer weiter so - Unsere Wirtschaft wird kollabieren....mehr

  • 21.11.2019 | Licht-Test 2019

    Weniger Blender und "Einäugige"

    R. Luft meint: Und wie sieht es bei den LKW's aus? Es ist seit geraumer Zeit zu beobachten, dass mehr und mehr ...mehr

  • 20.11.2019 | Abgasuntersuchung

    Doppelprüfung sorgt für Ärger

    Rudolf Pfister meint: Hallo zusammen,der Irrsinn geht weiter. Der VW-Konzern betrügt seine Kunden in massiver und vorsät...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

"Der Autohaus-Chef"

Unternehmensführung für Realisten!

Der Klassiker der Autohaus-Literatur richtet sich an alle Unternehmer, die ihren Betrieb mit frischen Ideen führen wollen, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. ¬ Jetzt bestellen!