Donnerstag, 23.05.2019
Verkehrsblatt IVW
15.05.2019

¬ Elektromobilität

Bosch zeigt intelligente Ladesäule

Bosch intelligente Ladesäule

Bosch arbeitet mit EnBW an einem Prototyp zur Verbesserung des Ladevorgangs bei Elektroautos.
© Foto: Bosch

Der Automobilzulieferer Bosch hat am Mittwoch den Prototyp einer intelligenten Ladesäule für elektrische Autos vorgestellt. Gemeinsam mit dem Energieversorger EnBW will das Unternehmen den Ladeprozess und den Service rundherum damit deutlich vereinfachen. Die Suche nach der nächsten Ladestation, die Reservierung und das Bezahlen sollen so ohne Zutun des Kunden laufen.

Auf Basis einer von Bosch entwickelten Software kann dabei das Fahrzeug in Echtzeit mit der Ladestation den Preis aushandeln. Zudem lässt sich je nach Verfügbarkeit Strom aus erneuerbaren Energiequellen wählen. Der Bezahlvorgang soll vollautomatisch ablaufen, ohne dass der Kunde Bargeld oder eine Karte zücken muss. Spielplätze oder Cafés in der Nähe soll die intelligente "Zapfsäule" ebenfalls anzeigen.

Kostenpflichtiges Parken könnte nach den Vorstellungen von Bosch künftig ebenfalls intelligent und automatisch ablaufen. In einem Projekt gemeinsam mit Siemens erprobt das Unternehmen ein Managementsystem, bei dem die Fahrzeuge direkt mit umliegenden Parkplätzen kommunizieren. Passiert ein Fahrzeug eine Parkschranke, kann es automatisch identifiziert werden, die Gebühren können über eine virtuelle Geldbörse abgebucht werden.

Verschiedene Daten werden verbunden

Die Grundlage beider Projekte bildet dabei eine bei Bosch entwickelte Blockchain-Technologie, eine sogenannte Distributed-Ledger-Technik (übersetzt etwa: verteilte Konten). Dabei werden die Daten sicher auf vielen verschiedenen Servern gespeichert und verbunden. Technologie und Vertrauen seien Schlüsselfaktoren für diese Lösungen, sagte Technik-Chef Michael Bolle. Bosch habe dabei auch nach Alternativen zu den großen Plattformanbietern wie Amazon gesucht. Die Distributed Ledger Technologie mit ihren verteilten Datenbanken stammt aus der Kryptowährung und basiert auf Open-Source-Software.

Ein großes Problem dabei ist dabei, dass die Verfahren sehr viel Energie benötigen. Das liege unter anderem daran, dass für die Verschlüsselungsverfahren komplizierte Rechenaufgaben abgearbeitet werden müssen, erklärte Bolle, der bei Bosch auch als Chief Digital Officer die digitale Entwicklung des Konzerns verantwortet. Vor allem bei Einsätzen mit Millionen von Teilnehmern werde das schnell zu einem Problem. Bosch erprobe deshalb Alternativen, die unter anderem auch aus der Spieltheorie kommen.

Enge Zusammenarbeit mit Partnern

"Wir brauchen sichere, offene Plattformen und ein Internet, in dem der Nutzer souverän entscheiden kann, um Vertrauen in digitale Ökosysteme zu stärken", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Ein Schlüsselfaktor für Bosch sei es, dass die Kunden die Hoheit über ihre Daten behalten. Bei der Entwicklung des Internet der Dinge arbeite Bosch eng mit Partnern zusammen. "Niemand kann das Internet der Dinge allein aufbauen."

Das Unternehmen veranstaltet noch bis einschließlich Donnerstag in Berlin die Konferenz Bosch Connected World in Berlin. 5.000 teilnehmende Partner, 80 Aussteller und 150 Redner werden erwartet. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Bosch)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

23.05.2019

¬ Audi/VW

VW Tiguan Allspace

Sperrbolzen Anhängerkupplung

Audi als auch VW haben einen Rückruf Ihrer Modelle A4, A6, A7 sowie Tiguan gestartet. Grund ein möglicher Bruch des Sperrbolzens der Anhängevorrichtung, der zum Verlust der Fahrzeugverbindung führen kann. ¬ mehr

23.05.2019

¬ Abgas-Skandal

Millionen-Bußgeld für Bosch

Der Autozulieferer muss im Zuge des VW-Dieselskandals ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro zahlen. Alle Rechtsstreitigkeiten sind damit längst nicht ausgestanden. Doch für Bosch enthält die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein wichtiges Detail. ¬ mehr

Im Jungbrunnen

Die kommende, nunmehr sechste Generation des Corsa wird das erste Modell der deutschen Marke auf der neuen Kompakt-Plattform aus Frankreich sein. Erste Testfahrten mit einem Vorserien-Corsa zeigen, dass der Kleinwagen nicht nur besser ist als sein Vorgänger, sondern auch für einen strategischen Wandel steht. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 10.05.2019 | Serviceexpertengipfel Zweiflingen

    Wer nicht mitgeht, hat keinen Platz mehr

    TomCat meint: Über-den-Tisch-Zieh Prämie?"Torsten Fiebig, Berater beim Marketingspezialisten Veact, stellte ...mehr

  • 30.04.2019 | Stuttgart

    Gericht erklärt "Diesel-Richter" für befangen

    Andreas Giersberg meint: "... Künftig werden sich daher nun immer jeweils drei Richter damit befassen. (dpa)...." di...mehr

  • 29.04.2019 | VW-Rückrufe

    CO2-Emissionen, Airbag, Reifen

    B.Flurer meint: Die Barauszahlung von 100.- Euro für den erhöhten AdBlue-Verbrauch beim T6 wurde Anfang April gest...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Leistungsträger statt Mitläufer!

In der Neuerscheinung "Gewinnertypen im Verkauf" zeigt Ihnen Top-Verkäufer Ulrich Stegmann, wie Sie zu einer erfolgreichen Verkäuferpersönlichkeit werden. ¬ Jetzt bestellen!