Freitag, 18.01.2019
Verkehrsblatt IVW
10.02.2014

¬ Austauschkatalysatoren

Erste "Blaue Engel" vergeben

Übergabe Blauer Engel Austauschkatalysatoren

"Blauer Engel"-Übergabe in Berlin (v.l.): Jürgen Resch (DUH), Alfred Wenzel (GF LRT), Henning Scholtz (RAL), Philipp Schulte (GF HJS) und Thomas Holzmann (UBA).
© Foto: DUH

Zertifizierte Austauschkatalysatoren sind ab sofort an einem "Blaue Engel" erkennbar. "Für das Umweltlabel müssen die Filter zum Härtetest, der über gesetzliche Anforderungen hinausgeht", teilte der TÜV Süd, unabhängiger Prüfpartner bei dem neuen Zertifikat, am Montag mit. Im Heimsheimer Abgaslabor nahe Stuttgart lasse man die Kats künstlich altern – bis zu einer simulierten Laufleistung von 160.000 Kilometern.

"Der 'Blaue Engel' bietet Orientierung und Sicherheit in einem unübersichtlichen After-Sales-Markt. Das Qualitätssiegel wird so zur Benchmark für Hersteller und sorgt insgesamt für bessere Produkte und damit für mehr Sicherheit bei den Emissionen", so Pascal Mast, Leiter des TÜV Süd-Abgaslabors in Heimsheim. Grundlage für den "Blauen Engel" ist laut TÜV Süd ein spezielles Prüfverfahren, entwickelt vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL), dem Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt.

Besonders im Fokus: die Haltbarkeit. Dazu werden die Filter in Hochtemperaturöfen hydrothermalen Bedingungen ausgesetzt, um eine künstliche Laufleistung von 160.000 Kilometern zu simulieren. Anschließend folgt auf dem zertifizierten Rollenprüfstand eine Emissionsmessung nach ECE-Richtlinien und Gütesiegelanforderungen, inklusive einer OBD-Prüfung. Zum Emissionscheck nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus werden die Katalysatoren nach Produktfamilien in die angegebenen Fahrzeuge verbaut. Bewertet werden die gealterten Katalysatoren nach denselben Kriterien wie ein neuer Katalysator.

Forderung an Werkstätten

Weitere vorgeschriebene Prüfungen, gemäß dem neuen Verfahren RAL UZ 184, sind die quantitativen Bestimmungen des Edelmetallgehalts (Platin, Rhodium, Palladium) des Katalysatorträgers, eine geometrische Bauteilvermessung und Begutachtung der relevanten Bauteile des Austauschkatalysators, sowie ein Check der verwendeten Materialien auf Gesundheitsschädlichkeit. In Form von jährlichen Folgeprüfungen sollen Qualitätsschwankungen in der Produktion durch eine regelmäßige Produktüberwachung vermieden werden.

Bei der Übergabe der ersten "Blauen Engel" an die Firmen LRT Automotive und HJS Emission Technology forderte Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Teilehändler und Werkstätten auf, nur noch solche zertifizierten Nachrüstkatalysatoren anzubieten oder Originalersatzteile der Fahrzeughersteller. "Ob weiterhin mangelhafte Kats verkauft werden, wird die DUH mit Kontrollbesuchen und verdeckten Tests überprüfen und Verstöße gegen geltende Abgasnormen öffentlich machen", kündigte er an. (asp)

 
 

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