Dienstag, 15.10.2019
Verkehrsblatt IVW
29.03.2019

¬ Verkehrsministerium

Ausbau der E-Mobilität fördern

Elektroauto Elektromobilität

Kaufprämien für Elektroautos sowie steuerliche Anreize für "klimafreundliche Dienstwagen" sollen verlängert werden.
© Foto: Daimler

zum Themenspecial Elektroauto

Das Verkehrsministerium setzt beim Klimaschutz vor allem auf einen massiven Ausbau der E-Mobilität und des öffentlichen Nahverkehrs sowie auf alternative Kraftstoffe. Damit könnten Klimaziele aus Sicht des Ministeriums im Verkehr 2030 erreicht werden, ohne Mobilität einzuschränken, geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus einer internen Vorlage an Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) hervor. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.

Laut Vorlage sollen etwa Kaufprämien für Elektroautos sowie steuerliche Anreize für "klimafreundliche Dienstwagen" verlängert werden. Auch die Förderung für die bisher unzureichende Ladeinfrastruktur für Elektroautos soll ausgeweitet werden. Schiene, der öffentliche Nahverkehr sowie der Radverkehr sollen gestärkt werden. Das Ministerium sieht als Instrument auch einen stärkeren Einsatz von Kraftstoffen, die aus Pflanzen und aus Strom gewonnen werden - das halten Umweltschützer für den falschen Weg.

Eine Regierungskommission aus Industrie, Gewerkschaften, Verkehrs- und Umweltverbänden hatte Anfang der Woche einen Zwischenbericht vorgelegt. Die dort im Konsens vorgeschlagenen Maßnahmen reichen nicht aus, um Klimaziele im Verkehr vollständig zu erreichen. Am Freitagmittag berät ein Lenkungskreis der übergeordneten "Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität" über diesen Zwischenbericht.

Im Verkehr sind die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht gesunken. Sie sollen aber bis 2030 um 40 bis 42 Prozent sinken. So steht es im Klimaschutzplan, zu dem Union und SPD sich im Koalitionsvertrag bekennen. Das heißt: Der Verkehr muss laut Ministeriumsvorlage von 163 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr runter auf höchstens 98 Millionen Tonnen.

Das Verkehrsressort sieht mit seinen vorgeschlagenen Maßnahmen das Ziel 2030 als erreichbar an. Bereits beschlossene Schritte für den CO2-Ausstoß ermöglichen demnach eine Minderung auf rund 150 Millionen Tonnen. Diese Maßnahmen werden nicht konkret aufgeführt. Die Bundesregierung hatte im Kampf gegen Luftverschmutzung in Städten Förderprogramme aufgelegt, etwa für Elektrobusse. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen erwartet das Ministerium eine Verringerung der CO2-Emissionen um weitere 52 bis 55 Millionen Tonnen.

Verkehrsminister Scheuer hatte Gedankenspielen in der Regierungskommission etwa zu höheren Steuern fürs Autofahren oder einem generellen Tempolimit auf Autobahnen eine Absage erteilt.

Keine Einigung bei E-Auto-Quote 

Die Regierungskommission hatte sich zwar auf Vorschläge etwa für massive Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, die Bahn und die Digitalisierung des Verkehrs geeinigt. Strittig aber blieben eine verbindliche E-Auto-Quote, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen und ein Bonus-Malus-System - das Käufer dazu bringen soll, auf ein klimafreundliches Auto zu setzen.

Besonders umstritten ist der Ausbau neuer Kraftstoffe, wie ihn auch das Verkehrsressort will. Der Industrieverband BDI warf Umweltverbänden deswegen eine Blockadehaltung vor. Sie müssten ihren Widerstand gegen einen stärkeren Einsatz regenerativer und synthetischer Kraftstoffe aufgeben, sagte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Presse-Agentur.

Umweltverbände halten die Nutzung und die Ausweitung der Biosprit-Nutzung für unvereinbar mit Zielen des Umwelt- und Naturschutzes, weil Energiepflanzen für Biokraftstoffe mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurrieren und zu mehr Monokulturen auf den Feldern führen können. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte am Freitag massive Kritik an den Plänen aus dem Verkehrsministerium. So berücksichtige Scheuer bei der Förderung der "sogenannten" Biokraftstoffe die ökologischen Folgen nicht ausreichend. Dazu gehörten die Auswirkungen auf die Biodiversität und der verstärkte Dünger- und Pestizideinsatz. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: Daimler)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

Schaeffler Zentrale

IG Metall kritisiert Schaeffler-Pläne

Für den angekündigten Personalabbau in Deutschland erntet der Zulieferer Kritik von der Gewerkschaft. Das Unternehmen solle die Pläne konkretisieren und nach Alternativen suchen, so die IG Metall. ¬ mehr

15.10.2019

¬ Auto der Zukunft

Schutz gegen Quantencomputer-Hacker

Quantenprozessoren könnten die Computertechnik revolutionieren. Und auch für neue Sicherheitsprobleme sorgen. Die Bundesregierung will nun vorbauen. ¬ mehr

Für die linke Spur

VW macht seinen kompakten Crossover T-Roc zum reinrassigen Sportwagen. Der T-Roc R hat einen Zweiliter-Turbobenziner mit 300 PS, Allradantrieb und schafft Tempo 250. Das richtige Signal eines Konzerns, der Vorreiter der E-Revolution sein will? ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 09.10.2019 | BMW X5 M/X6 M

    Die 600-PS-Hürde ist genommen

    Rolf Luft meint: Genau deshalb sind die Diskussionen um ein generelles Tempolimit angebracht. Würde der Hersteller s...mehr

  • 08.10.2019 | Kretschmann für Tempolimit

    "Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen"

    Rolf Luft meint: Ich bin zwar auch gegen ein Tempolimit, weil man beim Autofahren fast alles vorgeschrieben bekommt. ...mehr

  • 08.10.2019 | Kretschmann für Tempolimit

    "Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen"

    Torsten Schmidt meint: ... im Prinzip spricht nichts dagegen. Mit 130 Km/h läßt sich leben.Ich habe es in diesen Jahr sch...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

Entdecken Sie Quirin!

In der Neuerscheinung "Die Quirin-Formel" zeigt Ihnen Dr. Andreas Block, welche zentralen Bausteine erfolgreiche Autohäuser gemein haben. ¬ Jetzt bestellen!