Samstag, 07.12.2019
Verkehrsblatt IVW
15.11.2019

¬ Beitragserhöhung

ADAC wird teurer

ADAC Zentrale Transparenz Skandal

Der ADAC bittet seine Mitglieder stärker zur Kasse.
© Foto: ADAC

Der ADAC erhöht die Beiträge für seine 21 Millionen Mitglieder. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschloss er am Donnerstag in München, den Jahresbeitrag im Basistarif ab April von 49 auf 54 Euro zu erhöhen. Die bisher von den meisten Mitgliedern gewählte Plus-Mitgliedschaft wird sogar zehn Euro teurer und kostet künftig 94 Euro. Neu eingeführt wird außerdem eine Premium-Mitgliedschaft mit weltweiter Pannenhilfe, Rückholdienst und Abschleppen in die Wunschwerkstatt für 139 Euro Jahresbeitrag.

Die Beitragserhöhung ist die erste seit 2014. Sie soll dem Verein mindestens zehn Prozent mehr Geld in die Kasse bringen. Denn die Einnahmen reichen nicht mehr, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Digitalisierung und die inzwischen auch für die Pannenhilfe fällige Versicherungssteuer zu bezahlen: Operativ schreibt der Verein seit Jahren rote Zahlen. ADAC-Präsident August Markl sagte: "Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt ist und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann."

Dabei helfen sollen ab Januar auch Einsparungen bei der Mitgliederzeitschrift 'Motorwelt'. Statt zehnmal soll sie nur noch viermal jährlich erscheinen, und die Mitglieder bekommen sie auch nicht mehr ins Haus geschickt, sondern können sie in Edeka- und Netto-Supermärkten abholen. Das spart über 50 Millionen Euro Portokosten.

Investieren und modernisieren

Die Beitragserhöhung wurde mit 228 Stimmen bei nur neun Gegenstimmen angenommen. Es könne nicht alles beim Alten bleiben, auch der ADAC müsse investieren und sich modernisieren, sagte Markl: "Wer auf dem Smartphone der Menschen nicht stattfindet", der "existiert im Alltag der Leute schlichtweg nicht, oder nicht mehr lange."

Eine "durchaus kontroverse Debatte" hatte es laut ADAC-Generalsyndikus Christian Reinecke dagegen über die neue Satzung gegeben, die die Machtbalance zwischen der angestellten Geschäftsführung, den sieben ehrenamtlichen Präsidiumsmitgliedern und den 18 ehrenamtlichen Vorsitzenden der ADAC-Regionalclubs neu austariert. Die sogenannten Regionalfürsten und ihre Stellvertreter können künftig nicht mehr dem ADAC-Präsidium in München angehören. Die Geschäftsführer bekommen zudem mehr Verantwortung.

Vor der öffentlichen Hauptversammlung habe es im Verein und zwischen den aus ganz Deutschland angereisten Delegierten einen intensiven Austausch und "eine lebhafte und engagierte Diskussion" gegeben, sagte Markl. Die Satzungsänderung wurde aber schließlich auch mit 96 Prozent der Stimmen angenommen - bei ebenfalls neun Gegenstimmen. 

In aller Stille hat der Verein bereits vor der Hauptversammlung einen heftigen internen Streit beigelegt: Fünf Regionalclubs hätten ihre Klage gegen den ADAC e.V. im Streit um die Versicherungssteuer für die Pannenhilfe zurückgezogen, sagte Markl. Nach einer Verhandlung vor dem Landgericht München habe es vor zwei Wochen einen Vergleich gegeben. Über den Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. Zu den Klägern hatte auch der von Markls Vorgänger Peter Meyer geführte größte Regionalclub, der ADAC Nordrhein, gehört. (dpa)

 
 

Copyright © 1999 - 2019 by AUTO SERVICE PRAXIS Online (Foto: ADAC)

 


 
Zurück Artikel drucken Kommentar abgeben Heft-Abo
 
 
 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

06.12.2019

¬ Branchengröße

Trauer um Elmar Fuchs

Rechtsanwalt, Geschäftsführer, Herausgeber, Referent und Kommunalpolitiker: Mit Elmar Fuchs verliert die Kfz-Branche eine auf vielen Feldern engagierte Persönlichkeit. ¬ mehr

06.12.2019

¬ Ersatzteilmarkt

Lars Stuhlweissenburg

Neuer Leiter Aftermarket-Geschäft bei ACPS

Zum 1. Dezember 2019 hat Lars Stuhlweissenburg die Position als Vice Präsident Independent Aftermarket innerhalb der ACPS-Gruppe übernommen. Er verantwortet künftig die strategische und operative Ausrichtung des Unternehmens. ¬ mehr

Troika VW Bulli

Alle Jahre wieder

Was Schenken? Diese Frage treibt viele kurz vor Weihnachten noch um. Zumindest für autoaffine Menschen – egal ob jung oder schon älter - gibt es Alternativen zu Socken, Küchenmaschine und Duftwasser. ¬ mehr

zum 7-Tage Rückblick

Frage der Woche


Beliebteste Inhalte

  • 06.12.2019 | Klimaziele im Verkehr

    Umweltbundesamt für drastische Maßnahmen

    Mario meint: Immer weiter so - Unsere Wirtschaft wird kollabieren....mehr

  • 21.11.2019 | Licht-Test 2019

    Weniger Blender und "Einäugige"

    R. Luft meint: Und wie sieht es bei den LKW's aus? Es ist seit geraumer Zeit zu beobachten, dass mehr und mehr ...mehr

  • 20.11.2019 | Abgasuntersuchung

    Doppelprüfung sorgt für Ärger

    Rudolf Pfister meint: Hallo zusammen,der Irrsinn geht weiter. Der VW-Konzern betrügt seine Kunden in massiver und vorsät...mehr

Newsletter

Immer gut informiert.

Der asp Newsletter informiert Sie werktäglich über die aktuellen Branchen-Geschehnisse. So erfahren Sie alle relevanten Infos. Jetzt kostenlos bestellen und immer top informiert sein!

Betriebssicherheit

Mitarbeiteranweisungen

Mitarbeiteranweisungen

Schnell vermitteltes Wissen zu wesentlichen Gefahrenquellen in der Werkstatt. ¬ mehr

Werkstattkatalog

asp_wki_box_60x60

Alles für die Werkstatt!

Einmalig umfangreicher
Überblick zum Angebot der Werkstattausrüster.

¬ Zum Werkstattkatalog

Springer Automotive Shop

"Der Autohaus-Chef"

Unternehmensführung für Realisten!

Der Klassiker der Autohaus-Literatur richtet sich an alle Unternehmer, die ihren Betrieb mit frischen Ideen führen wollen, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. ¬ Jetzt bestellen!