Fahrzeughandel: ZDK spricht von Ende der Sonderkonjunktur

09.06.2009 23:44 Uhr
Laut ZDK-Präsident Robert Rademacher (2. v. li.) leide der Service unter der Abwrackprämie. Im Segment 4 beispielsweise würden momentan rund 1,3 Millionen Altwagen fehlen
© Foto: ProMotor

Der ZDK bilanzierte auf seiner heutigen Mitgliedertagung in Erfurt die Auswirkungen der Umweltprämie auf das Gewerbe: Durch die Zuzahlung sind laut einer Umfrage des Verbandes zwar viele Käufe vorgezogen, aber auch zahlreiche Neukunden gewonnen und die Liquidität der Händler verbessert worden. Im Service allerdings fehlten die verschrotteten Fahrzeuge.

Das Deutsche Kraftfahrzeuggwerbe und sein Präsident Robert Rademacher erwarten im weiteren Verlauf des Jahres eine "Rückkehr zur Normalität des Automarktes". Der nur noch einstellige Zuwachs im Auftragseingang im Handel im Mai sei ein Vorbote eines langsamen Auslaufens der Sonderkonjunktur durch die Umweltprämie, erklärte der Verbandschef heute in Erfurt anlässlich der dort stattfindenden Mitgliedertagung. Doch trotz des Auftrags-Plus von rund 40 Prozent und einem Umsatzzuwachs von 15 Prozent sei es den Betrieben nicht gelungen, die Renditesituation im Handel zu verbessern, erklärte Rademacher. Die Rentabilität in diesem Bereich läge nach wie vor "knapp über der Null". Trotzdem habe sich die Prämie in einer Phase ungünstiger Rahmenbedingungen für viele Händler als eine Art Überlebenselixier erwiesen, betonte er. "Die positiven Auswirkungen allein für die Liquidität sind erheblich". Der ZDK-Präsident rechnet allerdings damit, dass im Jahr 2010 die Zahl der Neuzulassungen deutlich unter die Dreimillionen-Marke sinken wird, nachdem er in diesem Jahr von etwa 3,4 bis 3,5 Millionen Neuanmeldungen ausgeht. Basis für diese Prognose ist eine vom Verband in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage, bei der 45 Prozent der Neuwagenkäfer angaben, ihren Fahrzeugkauf von 2010 auf 2009 vorgezogen zu haben. Dies entspreche einem Volumen von 675.000 Fahrzeugen. Neukunden gewonnen In der gleichen Umfrage gaben allerdings auch 28 Prozent der Prämien-Kunden an, erstmals in einem Autohaus gekauft zu haben. "Dies sind summa summarum 420.000 Neukunden, über die wir uns natürlich freuen und die wir langfristig mit gezielten Marketingmaßnahmen an unsere Betriebe binden müssen", forderte Rademacher. Dies gelte für Handel und Service gleichermaßen. Letzterer habe insbesondere im Servicesegment 4 durch die Abwrackprämie gelitten. Dort würden momentan rund 1,3 Millionen Altwagen fehlen, auch wenn viele dieser Fahrzeuge zuletzt in den Händen des Konkurrenten "Schwarzarbeit" gewesen seien. Trotz dieser Auswirkungen auf Teilbereiche des Service könne das Werkstattgeschäft 2009 als eine "stabile Säule mit kleinen Kratzern" bezeichnet werden. Die Werkstattauslastung bewege sich mit durchschnittlich 82 Prozent leicht über dem hohen Vorjahresniveau. Trotzdem sei beim Serviceumsatz nach heutigem Stand ist ein leichtes Minus von zwei bis drei Prozent zu erwarten. "Dies hieße per annum rund 27,5 Milliarden Euro." (ng) Die Umfrageergebnisse und einen Zwischenbericht des ZDK zum aktuellen Autojahr finden Sie wie gewohnt in der Download-Box unter diesem Text

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