Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) legte auf seiner Jahresbilanzpressekonferenz eine gehörige Portion Zweckoptimismus an den Tag. 10,1 Mio. Neu- und Gebrauchtwagen wurden im Vorjahr in Deutschland verkauft (2001: 10,6 Mio.), wovon der fabrikatsgebundene Handel 4,91 Mio. Pkw auf sein Konto verbuchen konnte – mehr als die Hälfte, 2,72 Mio. Einheiten, waren Neufahrzeuge. Demnach musste das Kfz-Gewerbe ein erneutes Minus von 300.000 Einheiten verzeichnen, nachdem die Händler bereits im Jahr 2001 einen Rückgang von 410.000 neuen und gebrauchten Pkw hinzunehmen hatten. Hochqualifiziertes Personal als Wettbewerbsfaktor Auch der Service sei unter Druck geraten, bleibe aber mit einer "nominalen schwarzen Null" eine solide Konstante. Dafür müsse aber vor allem für qualifizierten Nachwuchs in Werkstatt und Handel gesorgt werden, forderte ZDK-Vize Wolfgang Hoffacker: "Wer künftig nicht über hochqualifiziertes Personal verfügt, wird zu Recht vom Markt verschwinden", schließlich bräuchten "hervorragende Autos die Besten im Service". Einen Anfang schaffe die ab August 2003 geplante Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, so Hoffacker Zum Automobilvertrieb und –service unter der neuen Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) richtete der ZDK deutliche Kritik an die Adresse der Hersteller: "Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, qualitative Standards für die Autorisierung von Werkstätten so hoch anzusetzen, dass auch verbleibende Betriebe im Netz zu neuen Investitionen gezwungen werden", so ZDK-Präsident Rolf Leuchtenberger. 8.000 Anträge liegen vor Bei den Automobilherstellern lägen derzeit fast 8.000 Anträge auf Autorisierung als Vertragswerkstatt vor, berichtete der ZDK weiter. Allerdings geht der Verband davon aus, dass von den eingereichten Anträgen nur ein geringer Teil realisiert würde. "Dieser Überhang im Angebot wird aber dennoch zu einer wettbewerbsverschärfenden Situation in einem rückläufigen Servicemarkt führen", führte der ZDK aus. (tc)
ZDK: Kfz-Gewerbe kann Krise trotzen
Verband zieht schlechte Bilanz für 2002 / Service bleibt solide Konstante / Verbandspräsident Leuchtenberger: "Sinnlos, Standards zu hoch anzusetzen"