VW übernimmt Porsche: Wiedeking verliert gegen Piëch

23.07.2009 10:00 Uhr
Auch diesen Machtkampf hat VW-Patriarch Ferdinand Piëch gewonnen: Wendelin Wiedeking kann sich mit geschätzten 50 Millionen Euro Abfindung trösten.
© Foto: David Hecker/ ddp

Europas größter Autobauer übernimmt die hochverschuldete Sportwagenschmiede. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking trat nach der Niederlage gegen VW-Patriarch Ferdinand Piëch zurück und bekommt 50 Millionen Euro Abfindung. Das Wüstenemirat Katar wird neuer Großaktionär, der fünf Milliarden Euro zuschießt.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verlässt den Sportwagenbauer. Das hat der Porsche-Aufsichtsrat am Donnerstag beschlossen. Nachfolger von Wiedeking bei der Porsche AG soll der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden. Neben Wiedeking verlässt auch Finanzvorstand Holger Härter den Stuttgarter Sportwagenbauer mit sofortiger Wirkung. Der Porsche-Aufsichtsrat gab nach einer Marathonsitzung in der Nacht zu Donnerstag das Aus für die beiden Spitzenmanager bekannt. Wiedeking und Härter legten auch ihre Aufsichtsratsmandate bei VW und Audi nieder. Von Wiedekings 50-Millionen-Euro-Abfindung geht die Hälfte in eine soziale Stiftung. Sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2012. Härter erhält 12,5 Millionen Euro. Wiedeking hatte 1993 das Steuer bei Porsche übernommen und das Unternehmen vom Sanierungsfall zu einem der weltweit profitabelsten Hersteller gemacht. Sichtlich bewegt sagte Wiedeking auf einer Betriebsversammlung in Stuttgart: "Es tut mir in der Seele weh." Grund für seine Entscheidung sei, dass Porsche zunehmend unter dem Konflikt mit VW gelitten habe. Schrittweise Beteiligung und anschließende Verschmelzung Die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen machten mit wichtigen Detailentscheidungen den Weg für den neuen größeren VW-Konzern frei, in dem Porsche wie die anderen Konzernmarken eigenständig bleiben wird. Das Konstrukt soll durch schrittweise Beteiligung von Volkswagen an Porsche und die anschließende Verschmelzung der Porsche Holding SE mit der Volkswagen AG entstehen, wie VW mitteilte. Das Management verspricht sich zusätzliche Wachstumschancen sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Eine Grundlagenvereinbarung soll bis zum 13. August stehen. Die Familien Porsche und Piëch werden mit mehr als 50 Prozent der Aktien Mehrheitseigner des künftigen Konzerns. Danach folgt Niedersachsen mit 20 Prozent. Das Emirat Katar werde zunächst 17 Prozent aus den Optionen von Porsche an VW erwerben.

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KOMMENTARE

NRT

24.07.2009 - 13:01 Uhr

Guten Tag Nach anstrengenden Wochen des Verhandelns, des Schacherns um Sein oder Nichtsein von Wendelin Wedeking, muss er nun gehen. Trotz seiner hohen Verdienste um Porsche. Ob er sich nun zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte oder nicht, er hatte einen zu großen Fisch vor sich an dem er sich verschluckt hatte. Das kann passieren, wenn man das Menü Piech bestellt. Auch einem Herrn Wedeking. Sei es drum, ich gönne ihm seine Abfindung. Er könnte sich nun zur Ruhe setzen und Blechautos aufziehen. Das wäre legitim. Eine etwas günstigere Alternative wäre es, für ihn oder ich wage sogar zu behaupten für alle, seine Bewerbungsunterlagen an OPEL zu senden. Dort gibt es keine zu großen Fische, sondern lediglich tote Wale. Hier könnte er sein ganzes Können zeigen, um seinem Ruhm als der Sanierer gerecht zu werden. Dann wird ihm auch nicht mehr langweilig und alle haben etwas davon, so auch er. Ich wünsche allen ein schönes automobiles Wochenende. NRT


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