Studie: Werkstattsysteme in der Krise?

07.08.2008 23:43 Uhr
Nicht nur bei den Systemnehmern, sondern auch bei den -Gebern gibt es laut einer Studie viel zu tun.

Zu viele Konzepte, zu wenige aktive Partner und zu geringe Kundenbindung – das sind nur drei der Kritikpunkte an der derzeitigen Situation, welche die Unternehmensberatung Wolk & Partner in ihrer aktuellen Studie formuliert hat. Die Reaktionen der Systemzentralen fallen gelassen aus.

90 Werkstattsysteme mit einem Netzwerk von 28.800 unabhängigen Betrieben bieten derzeit dem Autofahrer ihre Servicedienstleistungen an. Doch bereits mit den 25 auf Pkw spezialisierten Konzepten ist der Aftermarket übersättigt. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Wolk & Partner Car Consult. Die Frage, ob die Systeme noch eine effektive Kundenbindungsfunktion für die Betreiber und den Teilegroßhandel darstellen oder sich eher zum Kostengrab entwickeln, gewinne immer mehr an Relevanz, heißt es in der Studie weiter. Einige hätten darauf bereits eine Antwort gefunden und sich von ihren Systemen aus Kosten-Nutzen Erwägungen getrennt, wie LuK und ZF Trading. Zwar hätten sich die Systeme zunehmend der Masse geöffnet, um ihre Bekanntheit beim Autofahrer sei es aber weiterhin schlecht bestellt. "Das Gros der Systeme verfügt über keine nachhaltigen Alleinstellungsmerkmale", kritisieren die Consultants. Zudem würden nur wenige Partner ihr System mit allen angebotenen Leistungsbausteinen konsequent umsetzen. Daher seien spezielle Upgrades für diese aktiven Partner notwendig. Gelassene Reaktionen Die beiden von Wolk konkret angresprochenen Systeme Automeister und Auto-Crew reagierten gelassen auf die Untersuchung. "Den Ergebnissen der Studie kann man in weiten Teilen zustimmen. Allerdings sehen auch die Systemzentralen die Probleme und bleiben nicht tatenlos", sagte Mitja Bartsch , Vertriebsleiter der Automeister Systemzentrale, gegenüber asp Online. "In unserem Fall heißt das z.B., dass wir seit der Übernahme durch Point S Einkaufsvolumina bündeln und so Kostenvorteile erzielen. Auch wenn sich der Markt bereinigt: die Unterstützungsleistung der Werkstattsysteme bleibt ungemein wichtig für die Freien Werkstätten." "Wenig Neues" kann Thomas Bothe, Geschäftsführer der noch zu ZF Trading gehörenden Auto-Crew GmbH, in den Erkenntnissen der Wolk-Studie erkennen. Allerdings widersprach er den Darstellungen der Berater hinsichtlich der hinter dem Auto-Crew-Verkauf stehenden Motive: "Der Verkauf von Auto-Crew erfolgt aus unternehmensstrategischen Überlegungen, nicht, weil irgendeine Kosten-/ Nutzenrelation nicht stimmt. Auto-Crew als Marketingaktivität hat und hatte seinen Sinn für ZF Trading." Man werde auch nach dem Verkauf dieses Konzepts "begleiten und unterstützen". Das Thema Werkstattkonzepte werde zudem deutlich ausgebaut, kündigte Bothe an, "allerdings produktbezogen und weltweit". (ng) Eine Übersicht zur Betriebsstättenzahl der verschiedenen Konzeptarten finden Sie unten in der Box.

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KOMMENTARE

Anonym

08.08.2008 - 12:01 Uhr

Der starke Hang zur Quantität, statt zur Qualität beim Anschluss von Werkstätten in die Werkstattsysteme führt zu den o.g. Problemen. Dazu kommt mangelnde Konsequenz in der Umsetzung "unpopulärer" Maßnahmen. Der ständige Treiber des Handels ist "Umsatzausbau" nicht Ausbau des Qualitätsbewusstsein. Im Vordergrund der Systeme steht zu häufig der Umsatz anstelle von Wissensvermittlung und nachhaltigem Nutzen.


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