Conti-Vorstand: "Werden keine Unternehmensteile verschleudern"

10.10.2008 17:17 Uhr
Conti-Vorstand will keinem Verkauf zustimmen, der die Rubber-Group nicht gleichzeitig stärkt.
© Foto: ddp / Nigel Treblin

Continental prüft alle Optionen für den neu gegründeten Kautschuk-Bereich. Man werde aber keine Unternehmensteile "verschleudern", versprach der Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter.

Der Vorstand des Autozulieferers Continental hat die Belegschaft auf schlechtere Zeiten und einen möglichen Verkauf der Reifensparten eingestimmt. Zugleich betonte die Conti-Spitze, es würden keine Unternehmensteile "verschleudert". In einem Brief an die Mitarbeiter vom Freitag, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt, heißt es: "Es wird mit diesem Vorstand keinen Verkauf der Pkw-, Nfz- und ContiTech-Divisionen geben, der nicht gleichzeitig diese Geschäftsfelder stärkt und positive Zukunftsperspektiven eröffnet." Das Ziel sei es, dass der Kautschuk-Bereich, also die Reifensparten sowie ContiTech, "nachhaltig selbstständig" bleibe und organische wie externe Wachstumschancen wahrnehmen könne. Es würden derzeit alle Optionen geprüft, um Conti für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen, schreibt die Conti-Führung um den neuen Vorstandschef Karl-Thomas Neumann. Vieles spreche dafür, dass die Gesamtwirtschaftslage sich weiter verschlechtern werde. "Darauf müssen wir entsprechend reagieren." Angesichts der Entwicklung an den Finanzmärkten und in der Automobilindustrie könne und werde der Vorstand den Mitarbeitern "keine rosigen Zeiten" versprechen. Conti hatte Mitte September eine Gewinnwarnung herausgegeben. Es sei die Pflicht eines Vorstands, besonders angesichts eines äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und mit Blick auf einen neuen großen Investor, alle Möglichkeiten zur richtigen Aufstellung des Unternehmens auszuloten. Zudem hieß es, die Investorenvereinbarung mit dem neuen Großaktionär Schaeffler sei die Basis dafür, dass der Conti-Vorstand das "Heft des Handelns" in der Hand behalten könne. Die fränkische Schaeffler-Gruppe hatte unter anderem zugesichert, gegen den Willen der Conti werde es keine Veränderungen etwa in Bezug auf die Unternehmensform geben. Conti hatte Ende September einen Umbau der Konzern-Struktur bekanntgegeben. Es gibt demnach zwei Kerngeschäftsfelder - zum einen der zukunftsträchtige Automotive-Bereich mit Bremsen, Elektronik und Motor, zum anderen der traditionelle Kautschuk-Bereich mit Reifen sowie ContiTech. ContiTech fertigt zum Beispiel Schläuche, Antriebsriemen und Transportbänder. Mit der Neuordnung seien Spielräume eröffnet worden, die Conti angesichts der ausgesprochen schwierigen Rahmenbedingungen unbedingt benötige. (dpa)

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